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… im videobasierten Unterricht sowie Präsenzunterricht

In diesem Beitrag stelle ich euch drei aktivierende Einstiege vor, die sowohl im Präsenzunterricht als auch im Distanzunterricht für mich und meine Kurse gut funktionieren. Die Beispiele beziehen sich auf das Fach Englisch, können aber sicherlich auf andere Fächer übertragen werden.

Einstieg 1kollaborativ

What comes to mind when thinking of (xy)? Write down important keywords! (Visualisierung der Frage/des Auftrages, z. B. am Bildschirm)

Den Lernenden wird ein Whiteboard (z. B. FLINGA oder CryptPad) über einen Link zur Verfügung gestellt. Dort halten sie zunächst Stichpunkte zur o.g. Frage fest. Den Schülerinnen sollte der Umgang mit dem Whitebard vertraut sein.

Bring the given keywords in an order!

Die Lernenden sortieren kollaborativ, d.h. sie gruppieren die Stichpunkte gemeinsam auf dem Whiteboard.

Explain your results! (Der Bildschirm der Lehrkraft wird in einer Videokonferenz geteilt, sodass alle das Whiteboard gleichzeitig sehen können.)

Sie erklären die Gruppierungen und begründen diese Auswahl ggf.

Anschließend: Überleitung zur Stundenfrage/zum Erarbeitungsschwerpunkt.

Einstieg 2individuelle Sammlung und Ranking

Write down 10 things that… (Visuelle Präsentation des Impulses über den Bildschirm oder einen analogen Anschrieb/eine analoge Karte)

Die Schülerinnen und Schüler nutzen dafür ihre individuellen analogen oder digitalen Notizbücher.

Rank them! (Decide on the TOP 3)

Individuelle Hierarchisierung.

Explain your choice!

Die Lernenden stellen ihre Auswahl mündlich vor. Vokabelhilfen können ggf. zusätzlich eingeblendet werden.

Anschließend: Überleitung zur Stundenfrage/zum Erarbeitungsschwerpunkt.

Einstieg 3Bildimpuls

Präsentation von mehreren Bildern (am Bildschirm o. Ä.)

What do these pictures show?

Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die Bilder zunächst mündlich. Vokabelhilfen können ggf. zusätzlich eingeblendet werden.

How do you connect them to each other? Alternativ: What do they have in common?

Gemeinsamkeiten (sowie Unterschiede) werden mündlich herausgestellt.

Which questions arise when thinking about these pictures?

Sammlung und Bündelung der Fragen, Überleitung zur Erarbeitung.

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Foto: Photo by Serena Repice Lentini on Unsplash

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Digitale Merkzettel https://digitales-klassenzimmer.org/digitale-merkzettel/ https://digitales-klassenzimmer.org/digitale-merkzettel/#respond Tue, 09 Feb 2021 15:57:35 +0000 http://digitales-klassenzimmer.org/?p=6722 Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Klausuren

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Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Klausuren

Meine eigenen Lehrer:innen haben mir schon sehr früh beigebracht, dass Spickzettel grundsätzlich erstmal etwas Gutes sind: Das Gelernte wird (mehrfach) aufgeschrieben, sinnvoll strukturiert und oft mit kreativen Merkhilfen verknüpft. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit des Behaltens sowie der Vernetzung. In die Erstellung eines guten Spickzettels wird oft viel Zeit investiert, weil die wesentlichen Inhalte auf ein möglichst kleines Stück Papier gebracht werden sollen, wodurch Spickzettel durch erneutes Revidieren immer stärker sinnvoll reduziert werden. Dass man den Spickzettel durch all die Wiederholung und Durchdringung dann in den meisten Fällen in Klassenarbeiten und Klausuren gar nicht mehr braucht, ist selbstredend. Doch wie soll man als Lehrkraft im Zweifel erklären, dass man die Erstellung von Spickzetteln zwar gut findet, die Anwendung in der Klausur aber nicht, wenn doch der Name dieses Instrumentes schon dessen offensichtlichste Funktion für Schüler:innen beinhaltet: Spicken.

Weil ich die Vorteile der Erstellung eines solchen Zettels aber gerne zur Vorbereitung für Klassenarbeiten und Klausuren nutzen, jedoch natürlich an dem Verbot des Einsatzes festhalten möchte, behelfe ich mir eines kleinen Tricks: Ich benenne den Spickzettel um in einen Merkzettel. Die Argumentation: Ein Merkzettel dient dazu, sich etwas besser zu merken (sagt ja der Name), darf aber nicht zum Spicken verwendet werden. Ein Merkzettel hilft somit beim Lernen für bzw. Vorbereitung auf eine Klausur oder Klassenarbeit. Wie man solche Merkzettel mit den Schüler:innen erstellen kann, wird in diesem Beitrag skizziert. Die Vorgehensweise ist in verschiedenen Fächern und Jahrgangsstufen denkbar und kann natürlich abgewandelt werden. Viel Spaß!

Schritt 1: Gemeinsame Sammlung von Themen, die auf den Merkzettel gehören

Dadurch wird sichergestellt, dass jeder sich mit allen Themen beschäftigt und kein Thema vergessen wird. Die Sammlung kann auf einem digitalen Whiteboard, einem Padlet oder einem Dokument des LMS erfolgen.

Schritt 2: Erstellung einer (individuellen) ersten Version durch jeden Lernenden

Jeder beschäftigt sich einzeln mit den Themen/Inhalten für die Klassenarbeit und wiederholt sie dadurch. Fragen und Verstehensschwierigkeiten können so hoffentlich sichtbar gemacht und aufgeschrieben werden.

Schritt 3: Kollaborative Erstellung in der (Klein)Gruppe

Die einzelnen Ideen für Merkzettel werden dazu genutzt, eine optimierte Gruppenversion zu erstellen (Padlet, FLINGA; WORD-Dokument, GoodNotes etc.). Fragen werden so geklärt, Inhalte erneut wiederholt, Behaltensstrategien diskutiert, weitere kreative Merkhilfen eingebaut. Davon profitiert jeder Einzelne. Die Ergebnisse werden in der Klasse vorgestellt und inhaltlich überprüft. Das Ergebnis wird dann allen Gruppenmitgliedern zur Verfügung gestellt (digitale Kopie anlegen und/oder ausdrucken).

Schritt 4: Individualisierung des Gruppenergebnisses

Merkt ein:e Schüler:in, dass er/sie zu einzelnen Themen doch noch mehr Information braucht als das Gruppenergebnis hergibt oder teilweise andere Behaltenshilfen bevorzugt, können diese auf der Grundlage des Gruppenergebnissen individuell in dem kopierten Dokument hinzugefügt oder verändert werden. Am Ende hat so jeder einen Merkzettel, der für ihn/sie am sinnvollsten erscheint.

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Hallo aus dem Distanzunterricht https://digitales-klassenzimmer.org/hallo-aus-dem-distanzunterricht/ https://digitales-klassenzimmer.org/hallo-aus-dem-distanzunterricht/#respond Thu, 28 Jan 2021 14:22:45 +0000 http://digitales-klassenzimmer.org/?p=6671 Tipps nach 3 Wochen Unterricht per Video

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Tipps nach 3 Wochen Unterricht per Video

Was habe ich nach drei Wochen Distanzunterricht für mich gelernt? Was funktioniert gut? Was mache ich nun anders als am Anfang? In diesem kurzen Beitrag teile ich einige meiner Learning Outcomes der letzten drei Wochen. Diese beziehen sich insbesondere auf videobasierten Unterricht als eine Form des Distanzlernens bzw. Distanzunterrichts. Viel Spaß!

  1. Die innere Haltung

Etwas befremdlich kam es mir zu Beginn vor, mit meinen Schülerinnen und Schülern zu sprechen, obwohl ich sie nicht sehe, da viele die Kamera ausgeschaltet haben. Besonders nonverbale Reaktionen nicht lesen und damit auch deuten zu können, verringert vielleicht indirekt das Gefühl der Selbstwirksamkeit, da man befürchtet, dass die Kommunikation ins Leere läuft. Sich vor einer Stunde und auch währenddessen zu vergegenwärtigen, dass hinter den Bildschirmen und schwarzen Kästchen tatsächlich Menschen sitzen, die lernen wollen, hilft m. E., Posititvität auszustahlen und zu einem gelingenden, motivierenden Unterrichtsgeschehen beizutragen. Grundsätzlich vertraue ich also darauf, dass die Lernenden hinter den schwarzen Kästchen versuchen, in dieser Situation ihr Bestes zu geben.

2. Aufstehen und bewegen

Im Präsenzunterricht bewegt man sich eher viel, in Videokonferenzen eher nicht. Man sitzt und zeigt damit lediglich seinen Kopf, Hals und Schultern. Da ich das als unnatürlich empfinde, variiere ich nun zwischen Sitzen und Stehen. Dazu braucht es nicht unbedingt einen höhenverstellbaren Schreibtisch, ein Bücherstapel, auf den der Laptop oder das Tablet gestellt wird, erfüllt diesen Zweck auch. Das Stehen ermöglicht Bewegungen und das Ausdrücken nonverbaler Elemente mehr. Wer es ausprobieren möchte: Checkt am besten vorher, ob der Bildausschnitt, den ihr wählt, auch euren Kopf noch zeigt. Zudem sollte die Tonqualität nicht unter der etwaigen Entfernung leiden.

3. Eigenes Bild abkleben

Um während einer Konferent nicht (unbewusst) ständig auf sein eigenes Bild zu schauen, das normalerweise im Kleinformat auf dem eigenen Bildschirm eingeblendet wird, kann dieses ausgestellt (sofern möglich), mit einem Stück Papier überklebt oder digital zumindest an die Stelle geschoben werde, an der sich die Kamera befindet (dann schaut man wenigstens unbewusst eher in die Kamera, wenn man das möchte).

4. Ton vor Bild

Wichtiger als dass Bilder pixelscharf präsentiert werden, erscheint mir die Tonqualität. So kann Feedback von den Lernenden genutzt werden, um Ursachen für Tonprobleme ausfindig zu machen und ggf. ein passendes Mikro oder Kopfhörer zu verwenden. Auch wenn es manchmal lästig erscheint, hat in meinem Fall geholfen, sich wirklich bei JEDEM Gesprächsbeitrag einer Schülerin/eines Schülers auf stumm zu schalten, damit auch wirklich keine Störgeräusche die Tonqualität mindern.

5. Handzeichen nutzen (lassen)

Um sich nicht vor jedem Gesprächsbeitrag eines Lernenden immer wieder auf stumm/nicht stumm schalten zu müssen (Schüler:in aufrufen), helfen Handzeichen und die klassische Meldekette. Da bei einer Videokonferenz normalerweise alle gleichermaßen sehen, wer sich meldet, ist es möglich, dass die Lernenden sich untereinander das Wort zuweisen. Hanzeichen können auch gut am Anfang bei der Kontrolle der Anwesenheit (Namen vorlesen, virtuelles Handzeichen erfolgt) oder auch zwischendurch bei Zustimmungsfragen genutzt werden, um auch die eher stummen Schülerinnen und Schüler zu aktivieren.

6. Verantwortung der Lernenden stärken

Um den Charakter einer (flapsig ausgedrückt) One-Man-Show zu vermeiden, wird die Verantwortung der Lernenden für den Unterricht dadurch gestärkt , dass sie beispielsweise (Gruppen)Ergebnisse im videobasierten Unterricht präsentieren. Dazu ist es ratsam vorher einzuüben oder ggf. anzuleiten, wie sie ihren Bildschirm teilen.

7. Whiteboard nutzen

Das Whiteboard ist eine gute Möglichkeit in verschiedenen Phasen, alle Lernende zu aktivieren. Durch einen Link wird der Zugang zum Whiteboard geteilt. Beispielsweise werden dann zu einer Frage/einem Thema/einem Impuls Aussagen gesammelt. Diese dienen dann als Grundlage für eine gemeinsame Strukturierung, eine Arbeitsphase oder ein Gespräch. Als unproblematisch und leicht zugänglich erwiesen hat sich für mich FLINGA, möglich ist dies aber auch mit anderen Anbietern.

8. Einzel-, Partner- bzw. Gruppenarbeitsphasen einbauen

Um den Anfang und das Ende einer Einzelarbeitsphasen anzuzeigen, kann die Kamera ausgeschaltet oder auch ein Timer eingesetzt werden. Für Partner- und Gruppenarbeit können bei Videokonferenzen Breakout-Räume oder bei Teams auch Kanäle im Vorfeld für die Gruppen angelegt werden.

9. Pausen durchführen

Je nach Länge einer Videokonferenz haben sich Pausen für mich als unbedingt notwendig erwiesen, um die Augen zu entlasten und in die Weite zu schauen sowie sich einmal mehr zu bewegen. Während der Pause schalte ich meine Kamera aus. Es geht weiter, wenn die Kamera wieder angeschaltet wird.

10. Gespräche/Ergebnisse am Ende einer Video-Session kollaborativ sichern

Da bei Videokonferenzen nicht unbedingt immer alles gleichzeitig an den Geräten/einem Gerät geschehen kann, ist es eine Möglichkeit, Ergebnisse (von Gesprächen) am Ende einer Session kollaborativ mit allen zu sichern. Dazu eigenen sich Whiteboards ebenso wie ein Padlet oder ein Dokument aus dem Lernmanagementsystem.

11. Offline sein

… oder auch: Daily Digital Detox! Nach dem videobasierten Unterricht PC, Laptop, Tablet oder Handy zuklappen, weglegen und an die frische Luft, spazieren gehen oder ein Buch lesen (etc.). Gerade in diesen Zeiten erscheint mir das besonders wichtig!

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Gruppenarbeit mit FLINGA https://digitales-klassenzimmer.org/gruppenarbeit-mit-flinga/ https://digitales-klassenzimmer.org/gruppenarbeit-mit-flinga/#respond Tue, 12 Jan 2021 19:28:50 +0000 http://digitales-klassenzimmer.org/?p=6643 Eine Stunde im Distanzunterricht

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Eine Stunde im Distanzunterricht

In diesem Beitrag stelle ich kurz dar, wie ich eine 60-minütige Videokonferenz gestaltet habe, die m. E. gut funktioniert hat. Die Stunde kann in ihrem Grundgerüst auf andere Kurse, Jahrgangsstufen und Fächer übertragen werden. Die Stunde fand in der EF im Deutschunterricht am Anfang einer Reihe zu ,,Die Physiker“ von Dürrenmatt statt.

Kurzer Disclaimer: Wie immer sind die folgenden Ausführungen als Inspiration, nicht als absolut zu verstehen. Lehrkräfte, Lernende und Ausstattungen sind verschieden. Unterricht sollte immer an die jeweiligen Bedingungen angepasst werden.

Einstieg

Die Schülerinnen und Schüler hatten die (Haus)Aufgabe, sich Notizen zu einer Wissenschaftsdokumentation zu machen. Die Ergebnisse wurden kollaborativ in einem Padlet gesammelt (3-4 Minuten). Anschließend machten sich alle einzeln Notizen zu der Bewertung (eher positiv/eher negativ) der im Padlet benannten Aspekte und begründeten ihre Auswahl durch einen mündlichen Beitrag in der Videokonferenz.

Überleitung

Die Schülerinnen und Schüler nahmen mündlich Stellung zu der Frage, inwiefern die Dokumentation Berührungspunkte mit dem Drama ,,Die Physiker“, das über die Ferien (alleine) gelesen werden sollte, aufweist (Hier geht es um das Lesen von Ganzschriften). In diesem Zusammenhang wurden Figuren, Handlungsaspekte und Konflikte bereits von einigen Schülerinnen und Schülern benannt.

Erarbeitung

Um ein erstes Verständnis von den Figuren, der Handlung und den Konflikten für alle sicherzustellen, wurde die Figurenkonstellation mithilfe von FLINGA Whiteboard in Gruppen kollaborativ erarbeitet. Folgendes Vorgehen erwies sich dabei für den Kurs (EF) als erfolgreich:

  • In einem Test-Whiteboard, zu dem ein Link von mir in dem Padlet für die Reihe hinterlegt wurde, probierten wir (der ganze Kurs) gemeinsam die Funktionen von FLINGA Whiteboard aus. Fragen konnten so sofort in der Videokonferenz geklärt werden.
  • Die Schülerinnen und Schüler loggten sich anschließend in von mir vorbereitete FLINGA Whiteboards ein (4 Gruppen = 4 Whiteboards). Die Zuteilung erfolgte im Vorfeld durch mich und wurde auch über einen jeweiligen Link in einem Padlet dokumentiert. Die Gruppen bildeten dann eigene Unterkonferenzen (Breakout-Räume), indem sie sich aus der Konferenz ausloggten und selbst einen Konferenzraum für ihre Gruppe anlegten. Im einfachsten Fall, sofern technisch möglich, geschieht die Unterteilung in Gruppenräume durch die Lehrkraft. Zu einer vereinbarten Zeit (nach 20 Min.) loggten sich alle wieder in die ursprüngliche Konferenz ein, in der ich auch in der Zwischenzeit für Fragen ansprechbar war.

Sicherung

Zwei Gruppen präsentierten ihre Ergebnisse nach dem Losprinzip. Ich zog dazu ein analog vorbereitetes Los vor der Kamera aus einem Topf. Die anderen Gruppen sowie ich gaben anschließend Feedback zur Präsentation. Eine Antwort auf die Frage, welche Figur warum bisher am interessanten erschien, rundete die Stunde ab. Mit einem Ausblick auf die nächste Stunde schlossen wir die Videokonferenz.

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Foto: Photo by Slidebean on Unsplash (Einstein vor Computer)

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12 digitale Produkte https://digitales-klassenzimmer.org/12-digitale-produkte/ https://digitales-klassenzimmer.org/12-digitale-produkte/#respond Wed, 06 Jan 2021 21:04:19 +0000 http://digitales-klassenzimmer.org/?p=6590 ...für den Distanz-, Hybrid- und Präsenzunterricht

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…für den Distanz-, Hybrid- und Präsenzunterricht

Welche digitalen Produkte können Lernende erstellen und (online sowie offline) präsentieren?

In diesem Beitrag findest du zu dieser Frage zwölf Ideen für verschiedene Fächer und Jahrgangsstufen inkl. Verlinkungen zu den entsprechenden Tools. Falls ihr ein Lernmanagementsystem an der Schule habt, kann man viele Produkte auch mit den dort zur Verfügung gestellten Programmen herstellen.

Kurzer Disclaimer: Wie immer sind die folgenden Ausführungen als Inspiration, nicht als absolut oder abgeschlossen zu verstehen.

  1. Poster

In der einfachen Variante kann eine Folie mit einem Präsentationsprogramm als Poster hergestellt werden. Tools wie Canva bieten auch Vorlagen für Poster an. Eine weitere Möglichkeit für interaktive Poster bietet das Tool Glogster, das intuitiv bedienbar ist. Für Glogster existiert eine Testversion. Mit Blogposter kann man ein eigenes Bild (Poster) dann auch wirklich in Postergröße (mit einem DIN-A4-Drucker) ausdrucken, falls man das für das analoge (Klassen)Zimmer möchte.

2. Präsentation

In diesem Beitrag habe ich Tools zusammengefasst, mit denen Präsentationen individuell oder kollaborativ erstellt werden können.

3. Infografik oder Flyer

Besonders intuitiv können Infografiken oder Flyer beispielsweise mit Canva hergestellt werden, das auch in der kostenfreien Version eine Vielzahl an Vorlagen bietet.

4. Quiz in Chatform

Dafür eignet sich der deutsche Anbieter Learning Snacks, welcher für die Erstellung von Learning Snacks durch Lernende die Classroom Funktion eingerichtet hat. Hier geht es zu einem Tutorial.

5. Blog

Bloggen ist mit dem Instant-Blogging-Anbieter Telegraph unkompliziert möglich, man sollte allerdings nicht den Link zur erzeugten Seite von Telegraph vergessen. Bloggen kann man auch mit WordPress oder man bildet das Bloggen mit einem Padlet nach.

6. Multimediales Buch

Multimediale Bücher können mit dem Book Creator hergestellt werden. Links und Audiodateien werden dort ansprechend und einfach integriert. Hier geht es zu einem Tutorial.

7. Broschüre

Für die Herstellung von Broschüren eignen sich Schreibprogramme eines Lernmanagementsystems, z. B. bei MS 365 oder G Suite for Education. Ähnliche Funktionen bietet auch CryptPad. Hier geht es zu einem CryptPad-Tutorial.

8. Interaktives Bild

Interaktive Bilder sind mit Genially oder Thinglink produzierbar.

9. Video

Erklärvideos, Videocollagen oder weitere kreative Filme kann man mit dem Handy oder Tablet produzieren. Hier geht es zu einem Tutorial am Beispiel des iPads.

10. Fotocollage

Präsentationsprogramme, m. E. insbesondere auch FLINGA, eignen sich für die Herstellung von Fotocollagen.

11./12. Interaktive Karte und Zeitstrahl

Padlet ermöglicht die Erstellung von beidem sowohl individuell als auch kollaboartiv. Hier geht es zu Ideen für den Einsatz von interaktiven Karten im Unterricht.

Add On: Lernportfolios können mit Schreibprogrammen, Padlet oder Seesaw produziert werden.

Hast du weitere Ideen für digitale Tools? Schreibe sie gerne in die Kommmentare, damit noch mehr Personen davon profitieren können.

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Photo by Brooke Lark on Unsplash

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Distanzlernen konkret https://digitales-klassenzimmer.org/distanzlernen-konkret/ https://digitales-klassenzimmer.org/distanzlernen-konkret/#respond Sat, 24 Oct 2020 12:48:10 +0000 http://digitales-klassenzimmer.org/?p=5770 Überlegungen aus der Praxis

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Überlegungen aus der Praxis

Wenn ich, einer meiner Kurse oder gar die ganze Schule ab sofort in Quarantäne müsste, was würde ich dann eigentlich ganz konkret tun?

Diese von mir an mich selbst gestellte Frage bildete die Initiation für diesen Beitrag.

Im letzten März, April und Mai mussten und konnten wir alle erste Erfahrungen mit dem Distanzlernen sammeln, uns im besten Fall darüber austauschen und reflektieren. So sind mittlerweile Handreichungen der Landesregierung NRW entstanden (verlinke ich u. a. am Ende des Beitrages), die Hilfe sowie Orientierung bieten und auch Verlage haben bereits Werke zum hybriden Lernen oder Fernlernen veröffentlicht. Diese bieten insgesamt wichtige Impulse für den Distanzunterricht sowie hybride Unterrichtskonzepte. Darüber hinaus entwickeln Schulen (individuelle) Konzepte für das Lernen auf Distanz, die bei einem erneuten Lockdown oder Quarantänemaßnahmen zum Tragen kommen sollen. Doch die folgende Frage wird für mich individuell, meine Situation und meinen Unterricht beantwortet werden müssen:

Wie würde ich meinen Unterricht von heute auf morgen umstellen, d. h. planen, organisieren und durchführen, wenn für einzelne Kurse oder gar die ganze Schule Distanzlernen (bzw. nun rechtlich als Distanzunterricht zu bezeichnen) eingerichtet werden müsste? Im Anschluss einige Überlegungen dazu inkl. Fazit.

Disclaimer: Schulen, Ausstattungen, Lernende und Lehrende sind natürlich verschieden. Deshalb sind die folgenden Aspekte – wie immer – nicht als absolut oder abgeschlossen zu verstehen.

  1. Kommunikation sicherstellen

Damit alle Lernende aus Klassen und Kursen erreicht werden können, sollten mindestens entsprechende Telefonlisten oder E-Mail-Listen vorliegen. Da davon auszugehen ist, dass (fast) jeder in einer weiterführenden Schule ein Handy besitzt (vgl. JIM-Studie), kann für den Notfall eine gemeinsame Gruppe – entwender in einem Lernmanagement-System, über einen anderen (sicheren) Messenger-Dienst oder ein digitales Tool – eingerichtet werden. Diese Kommunikationskanäle können bereits eingerichtet werden, bevor es zum Distanzunterricht kommt und der Umgang damit kann geübt werden, sodass eine Umstellung auf Distanzkommunikation reibungslos funktioniert.

Im Vorfeld werden beispielsweise für diesen Kommunikationskanal Absprachen zu folgenden Fragen geklärt:

  • Wann und wie oft soll der Kanal abgerufen werden?
  • In welchem Zeitfenster oder bis wann ist man als Lehrperson grundsätzlich erreichbar?
  • Wie und wo werden Aufgaben und Termine notiert (Abgabe von Aufgaben, für videobasierten Unterricht)?
  • etc.

Möglich mit: E-Mail (Verteiler), Messenger-Dienste (Telefon), schulinternes Lernmanagementsystem

2. Transparenz in Bezug auf den Unterricht herstellen

Für die eigene Planung, aber auch als Herstellung von Transparenz und Motivation können Lerninhalte und Kompetenzen, die innerhalb einer Reihe erworben werden sollen, in einem Kanban Board festgehalten werden. Diese Lerninhalte und Kompetenzen werden im Fortlauf der Reihe in die entsprechenden Spalten verschoben, sodass jeder im Kurs sehen kann, was schon geschafft wurde, woran gearbeitet wird und was noch zu erledigen ist. Einzelne Karten auf einem Board können auch mit weiteren Links, Bildern, Dateien, Aufgaben etc. versehen werden.

Möglich mit: Trello, Padlet, CryptPad

3. Aufgabenauswahl vornehmen

Ist geklärt, wo Aufgaben kommuniziert werden, müssen von Lehrenden Entscheidungen darüber getroffen werden, welche Aufgaben konkret im Unterricht eingesetzt werden. Bei diesen Überlegungen spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle: Die Aufgabe sollte u. a. unten den Distanzbedingungen organisatorisch, zeitlich sowie vom Anforderungsniveau angemessen sein. Weiterhin ist im Vorfeld zu bedenken, was mit den Ergebnissen passieren soll: Werden diese z. B. in einer Videokonferenz präsentiert, selbst oder durch die Lehrkraft kontrolliert? Hier gilt es natürlich auch zu berücksichtigen, dass die eigene Zeit (als Lehrkraft) begrenzt ist.

Wichtig erscheint bei der Auswahl jeglicher Aufgaben im Distanzunterricht die Herstellung von inhaltlicher Klarheit. Die Aufgaben so zu formulieren, dass verständlich ist, was mit welchen Mitteln mit wem bis wann zu tun ist, trägt dazu bei, dass Ziele klar erreicht werden können und Ergebnisse eine höhere Qualität aufweisen. Dazu zählt auch die Transperenz der Kriterien, die es in Bezug auf ein zu erstellendes Lernprodukt zu erfüllen gilt. Eine Möglichkeit, Rückfragen zu den Aufgaben zu stellen (im Verlauf des Beitrages mehr dazu), hilft es, Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Aufgabe abzubauen oder auszuräumen.

3. Lernvideos sichten oder aufnehmen

Neue Lerninhalte können u. a. mit Lernvideos vermittelt werden. Diese kann man selbst erstellen, es existieren aber auch schon viele Lernvideos (in Netz), die sich für einen Unterrichtseinsatz eignen. Eine Suche bei Videoplattformen (z. B. YouTube) lohnt sich m. E. bestimmt.

Hier geht es zu einem Beitrag dazu, wie man Videos selbst erstellen kann.

3. Mit Wochenplänen oder Projekten arbeiten

Asynchrone Arbeit wird durch die Arbeit an einem Wochenplan oder einem Projekt möglich. Die Ergebnisse könnten im videobasiertem Unterricht präsentiert werden. Eine Vereinabrung darüber, wie sich Lernende Hilfe/Beratung einholen können, ermöglicht es, Aufgaben und Projekte erfolgreich zu bewältigen.

Praxisratgeber zur Umsetzung von Projektunterricht gibt es zum Beispiel von Anna Klein & Jan-Martin Klinge (einfach mal in der Suchmaschine eingeben).

4. Kollaboratives Arbeiten ermöglichen

Partner- oder Gruppenarbeiten sind auch von zuhause mifhilfe von digitalen Tools möglich. Dabei arbeiten mindestens zwei Personen an einem kollaborativen Produkt. Damit die Erarbeitung möglichst reibungslos funktioniert, ist es sinnvoll, die Lernenden früh mit den verwendeten Tools vertraut zu machen, die kollaboratives Arbeiten auch asynchron ermöglichen. Hier geht es zu einem Artikel, in dem erläutert wird, wie ich im Präsenzunterricht kollaboratives Arbeiten mit einer Klasse 9 geübt habe.

Möglich mit: MS 365, Google Drive, Apple-Anwendungen, Padlet, Etherpads, CryptPad etc.

5. Videobasierten Unterricht und Breakout-Räume einsetzen

Gibt es eine Möglichkeit, videobasierten Unterricht durchzuführen, so sollten die Termine dafür frühzeitig kommuniziert werden. Sinnvoll kann es auch sein, gemeinsam (in der Schule, durch eine Übung mit dem Kurs von zuhause, durch einen schulübergreifenden Distanzlerntag) zu üben, wie man sich in die Systeme einloggt, wie man mit der Technik umgeht oder seinen Bildschirm teilt.

Sind Termine mit einer Klasse oder einem Kurs festgelegt, könnte den Lernenden im Zusammenhang mit der Unterrichtsplanung mitgeteilt werden, was im videobasierten Unterricht einer bestimmten Woche/eines Tages passieren wird: Sollen Ergebnisse präsentiert werden, werden Fragen geklärt, sollen kleine Diskussionsfragen vorbereitet werden etc. ? Die Möglichkeit, innerhalb einer Videokonferenz Untergruppen zu bilden (sogenannte Breakout-Rooms) ermöglicht weitere Unterrichtsformen, z. B. Gruppenarbeit (in der etwas erarbeitet, präsentiert oder diskutiert wird).

6. Fragen klären und Beratung ermöglichen

Vor allem beim Distanzlernen und asynchronen Unterrichtskonzepten werden sich Fragen bei den Lernenden ergeben, die nicht immer unmittelbar beantwortet werden können. Insofern können verschiedene Möglichkeiten dazu beitragen, diesen Fragen einen Raum zu geben, um sie zu klären. Dazu zählen m. E. (als Ideen)

  • Schülerkommentare unter Aufgaben zu ermöglichen (auf die eine Lehrkraft antwortet),
  • einen zentralen digitalen Ort für Fragen (eines Kurses) bereitstellen,
  • eine Sprechstunde für Fragen einrichten,
  • bei videobasiertem Unterricht genug Zeit für Fragen lassen,
  • zu bestimmten Zeiten über einen Chat erreichbar sein
  • etc.

Möglich mit: Persönlichem Lernmanagementsystem, Videokonferenztools etc.

7. Portfolioarbeit nutzen

Der Einsatz von (digitalen) Portfolios ist eine Möglichkeit, den Lernprozess sowie dessen Reflexion individuell – auch über Distanzen hinweg – zu begleiten. Zu Portfolios gibt es mittlerweile nicht nur sehr viele Handreichungen, sondern auch digitale Tools, diese anzufertigen.

Möglich mit: digitalen Schreibdokumenten jeglicher Art, Seesaw, Book Creator etc.

8. Transparenz über Inhalte und Kompetenzen für Leistungsüberprüfungen herstellen

Veränderte Unterrichtsbedingungen erfordern m. E. grundsätzlich veränderte Leistungsüberprüfungsformen (hier ein Artikel dazu). So oder so wird es von den Lernenden wahrscheinlich als hilfreich empfunden, Anforderungen für Leistungsüberprüfungen digital festzuhalten und transparent zu machen.

Möglich mit: Lernmanagementsystem, MS 365, Apple-Anwendungen, Google Drive, CryptPad, Padlet etc.

Fazit

Die Umstellung auf oder Integration von Distanzunterricht kann schon gut in Präsenzlernphasen vorbereitet werden. Der Umschwung von Präsenz- auf Distanzunterricht fällt sicherlich leichter, wenn die Möglichkeit besteht, Tools im Präsenzunterricht bereits vorzustellen, zu nutzen und den Umgang damit systematisch einzuüben. Hier spielen natürlich auch übergreifende schulische Konzepte und rechtliche Vorgaben eine wichtige Rolle.

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Photo by Emma Matthews Digital Content Production on Unsplash.

Quellen:

Dreier/Krommer/Nölte/Schmitz (2020): Zeitgemäße Prüfungsformate für den Distanzunterricht (am Beispiel des Faches Deutsch in NRW). Hier einsehbar. [eingesehen am 24.10.2020]

Klee/Krommer/Wampfler (2020): Impulse für das Lernen auf Distanz. Online hier verfügbar. [erneut eingesehen am 24.09.20]

MSB (2020): Handreichung für lernförderliche Verknüpfung und Präsenz- und DIstanzunterricht. Online hier verfügbar [eingesehen am 28.09.2020]

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Hybrides Lernen https://digitales-klassenzimmer.org/hybrides-lernen/ https://digitales-klassenzimmer.org/hybrides-lernen/#respond Thu, 25 Jun 2020 06:35:41 +0000 http://digitales-klassenzimmer.org/?p=4269 Überlegungen aus der Praxis

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Überlegungen aus der Praxis

Wie kann eine Verzahnung von Präsenzunterricht und Lernen auf Distanz gelingen? 

Die Dringlichkeit einer Antwort auf die Frage, wie denn nun ein gewinnbringendes hybrides Lern- und Unterrichtskonzept, also eine Verzahnung von Präsenzlernphasen in der Schule und Lernen von einem anderen Ort (Distance Learning) aussehen könnte, ist in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Die folgenden Ausführungen zu diesem Themenkomplex integrieren persönliche Überlegungen sowie bisherige Erfahrungen mit hybridem Lernen.

Vorüberlegungen

Schulen an sich sind heterogen. Sie greifen auf individuelle technische Schulausstattungen, verschiedene Lehrkräfte (und deren technische Ausstattung) sowie verschiedene Schülerinnen und Schüler (und deren technische Ausstattung) zurück, zudem weisen sie verschiedene Konzepte vor. In diesem Kontext lässt sich die Forderung nach Dienstrechnern, Lernendengeräten, WLAN, aber auch geeigneten Lernorten und -räumen nennen. Hinzu kommt die Auswahl geeigneter Systeme (Software), mit denen gearbeitet werden soll, bei denen nicht nur die Funktionalität und Handhabbarkeit, sondern auch der Datenschutz eine wesentliche Rolle spielt. Aber nicht nur die Hardware und Systeme machen Schulen heterogen, sondern auch die Haltung aller Beteiligten gegenüber der (schulischen) Digitalisierung und Veränderungsprozessen generell. Was weiterhin zu berücksichtigen ist, ist die Überzeugung der Selbstwirksamkeit, also die Zuversicht, (Digitalisierungs)Prozesse erfolgreich bewältigen zu können, was u.a. eng mit der Motivation verknüpft ist (Krapp/Ryan 2002, 57f.). Alle diese Aspekte sind in einen rechtlichen Rahmen eingebunden, der individuelle Umsetzungen einzelner Schulen absteckt. 

Elemente des hybriden Lernens

Was meinen wir, wenn wir von Präsenzunterricht oder Distanzlernen sprechen? Um das zu klären, wird im Folgenden umrissen, welches Verständnis einzelner Begriffe für diesen Beitrag vorliegt.

  1. Präsenzunterricht oder auch Präsenzlernphase wird grundsätzlich verstanden als als Lernen und Unterrichten, bei dem die Lehrkraft und die Lernenden sich am selben analogen, physischen Ort befinden. Für den Präsenzunterricht ergeben sich folgende Gestaltungsmöglichkeiten:

   a) mit digitalen (und online) Elementen, z. B. durch digitales Material

   b) ohne digitale Elemente

2. Unter Lernen auf Distanz werden all diejenigen Elemente gefasst, bei denen Lernende und Lehrkraft sich an physisch (analog) verschiedenen Plätzen befinden. So ergeben sich für den Distanzunterricht folgende Ausdifferenzierungen: 

 a) Videobasierter Unterricht mit einer Lehrkraft

b) Videobasiertes Lernen ohne Lehrkraft, d.h. digitale Lernphasen in Partner- oder Gruppenarbeit

c) Analoges Lernen in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit, bei der die Lehrkraft für Nachfragen (z. B. punktuell über einen Chat) erreichbar ist

d) Analoges Lernen ohne Lehrkraft in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit ohne direkten Zugriff auf eine Lehrperson

Auch für die benannten Arten von Lernen auf Distanz können folgende Gestaltungsmöglichkeiten ausgemacht werden:

  • mit (weiteren) digitalen (und online) Elementen (z. B. interaktives Material)
  • ohne weitere digitale Elemente (analoges Material, z. B. Schulbuch)

Ein Stundenplan für ein hybrides Lern- und Unterrichtskonzept

Möchte man flächendeckend hybrides Lernen implementieren, ist es sinnvoll, dafür ein entsprechendes Stundenplansystem zu schaffen. Dieser Stundenplan sollte der Tatsache Rechnung tragen, dass Distanzlernphasen jeglicher Art, wie auch im vorangegangenen Abschnitt beschrieben, im Stundenplan angemessen widergespiegelt werden. Das bedeutet, videobasiertem Unterricht einen Rahmen im Stundenplan zuzuschreiben (z. B. durch die Zuordnung von Tagen und Klassen/Stufen). Auch ,,Haus“-Aufgaben bzw. weitere Elemente des Lernens auf Distanz, wie vorangegangen dargelegt, könnten einen neuen Stellenwert bekommen. Aus den Überlegungen ergeben sich folgende Vorschläge:

  • Feste Präsenzlerntage für Klassen/Jahrgangsstufen
  • Entsprechende Zuordnung von Lehrkräften zu ausgewählten (mehreren, aber nicht allen) Klassen/Jahrgangsstufen
  • Einführung von klassen- und jahrgangsstufenspezifischen ,,Distanzlerntagen“, die in bestimmten Zeitfenstern durch eine Lehrkraft betreut werden können, damit eine Form von Lernen auf Distanz (siehe oben) mit der Lehrkraft ermöglicht wird.

Organisation von videobasiertem Unterricht

Videobasierter Unterricht im Kontext von Distanzlerntagen könnte auf verschiedene Art und Weise organisiert werden:

  • Fachlehrerinnen und Fachlehrer einer Klasse vereinbaren feste Termine für ein Fach im Abgleich mit ihren Stundenplänen sowie den Plänen der Klassen- und Jahrgangsstufen. Diese Termine gelten über eine vorher festgelegte Wochenanzahl und werden zu einem vereinbarten Zeitpunkt in ihrer Umsetzbarkeit überprüft und ggf. angepasst.
  • Fachlehrerinnen und Fachlehrer einer Klasse legen individuelle Termine wochenweise fest. Dies kann durch ein digitales Buchungssystem möglich gemacht werden, z.B. indem über ein Tool Lehrkräfte für jede Klasse digital ihre Zeiträume eintragen, was für alle übersichtlich nachvollziehbar ist. Für so etwas eignen sich beispielsweise die Tools Trello oder Padlet, leisten kann dies aber auch ein Office-Dokument (oder entsprechende Alternativen), das mit allen geteilt wird.

Merkmale hybriden Lernens

Im Sinne der Meyerschen Grundüberlegungen wird im Anschluss versucht, die zehn Merkmale guten Unterrichts für das hybride Lernen zu konkretisieren. 

1. Klare Strukturierung:

Die Grundlage für eine klare Strukturierung sollte auf der organisatorischen Ebene durch die Konstruktion eines entsprechenden Stundenplans geschaffen werden. Auf didaktischer Ebene geht es um eine sinnvolle Verzahnung der Distanzlernphasen sowie des Präsenzunterrichts. Dieses kann orchestriert werden durch eine (fächerweise) klare und eindeutige Ansprache beispielsweise darüber, …

  • welche Aufgaben in welchen Phasen zu welchem Zweck eingesetzt werden
  • wann Aufgaben verteilt sowie abgegeben werden sollen
  • in welcher Weise/in welchen Systemen die Aufgaben/oder Teilaufgaben abgegeben bzw. hochgeladen werden sollen (Stichwort: Lernmanagementsysteme)
  • welche Hilfestellungen wie eingeholt werden können
  • wann und wie Zwischenergebnisse/Aufgaben präsentiert und besprochen werden

2. Echte Lernzeit

Präsenz- und Distanzlernphasen sollten maximal effektiv zum Lernen genutzt werden. Das ist dadurch möglich, dass generell organisatorische Fragen, Fragen zur Unterrichtsstrukturierung, aber auch zur Aufgabenstellung so weit minimiert werden, dass eine maximal inhaltliche Arbeit möglich wird. Das ist durch eine klare Kommunikation, z. B. über Abläufe, Rollen und Funktionen sowie eine Auslagerung weiterer grundsätzlicher Fragen durch digitale Kommunikationskanäle oder feste Fragezeiten möglich (Idee: digitale Sprechstunde).

3. Lernförderliches Klima

Beim hybriden Lernen werden Beziehungen nicht nur in der (analogen) face-to-face Kommunikation, sondern auch durch die Kommunikation über digitale Kanäle gepflegt. Dazu zählen gegenseitiger Respekt durch eine klare Haltung gegenüber Mobbing, eine lernförderliche Fehlerkultur, Einhaltung von Regeln und Gerechtigkeit gegenüber jedem Einzelnen (Meyer 2004, 47f.). Die Initiation von kollaborativen Phasen, aber auch kleine Spiele und Unterhaltungen, die über Unterrichtsinhalte hinausgehen, können im Distanzlernen sowie im Präsenzunterricht zu einem lernförderlichen Klima beitragen. Zudem wird im Klassenchat, in Videokonferenzchats o. Ä. respektvoll und gewaltlos miteinander kommuniziert.

4. Inhaltliche Klarheit

Inhaltliche Klarheit bezieht sich auf die Aufgabenstellung, den thematischen Stundengang sowie die Ergebnissicherung (Meyer 2004, 55). Sie liegt vor, wenn Transparenz über die Funktion der jeweiligen Phasen (wozu soll welche Phase im Präsenz- oder Distanzunterricht genutzt werden – z. B. Erarbeitung, Übung, Vertiefung) sowie für die Formulierung von Aufgaben hergestellt wird. Hier können auch agile Konzepte, wie Kanban oder eduScrum einen möglichen Rahmen bieten.

5. Sinnstiftendes Kommunizieren

Sinnstiftendes Kommunizieren umfasst die Etablierung einer Gesprächskultur, bei der Lernende ihre Interessen einbringen sowie vorhandenes Wissen mit neuem Wissen verknüpfen (Meyer 2004, 67f.). Die Initiation von Gesprächen kann durch das Einrichten von digitalen Kleingruppen in bei Videokonferenztools oder Systemen wie Teams erfolgen. Eine Praxis des Peer-Feedback unterstützt und initiiert zudem sinnstiftende Gespräche. Diese können durch digitale Medien auch über Distanzen hinweg synchron sowie asynchron medial schriftlich geführt werden. Wichtig bleibt natürlich eine sinnstiftende Gesprächskultur im Präsenzunterricht mit allen, Teilgruppen oder einzelnen Lernenden.

6. Methodenvielfalt

Methodenvielfalt meint eine Variation der Grundformen des Unterrichts (individualisierend, lehrgangsförmig, kooperativ, gemeinsam), der Verlaufsformen (Einstieg, Erarbeitung, Sicherung) und Handlungsmuster (Meyer 2004, 77) sowie der Sozialformen. Beim hybriden Lernen können unter anderem gewinnbringend eingesetzt werden: Projektarbeit, Flipped Classroom, jegliche kollaborative Arbeitsformen, z. B. Breakouts. Agiles Arbeiten mit Kanban oder eduScrum (siehe auch Punkt 4) kann dem Unterricht einen weiteren Rahmen geben.

Wanda Klee, Axel Krommer und Philipp Wampfler konkretisieren in ihrem Beitrag zu Impulse für das Lernen auf Distanz weiterhin, wie eine offene Projektarbeit in der Praxis aussehen kann. Weiterhin gibt Jan Martin Klinge auf seinem Blog Hinweise zur Konstruktion und Integration von Projektunterricht (inkl. Link zum Buch).

7. Individuelles Fördern

Individuelles Fördern bezieht sich auf alle Leistungsniveaus. Durch digitale Medien wird die individuelle Förderung auf eine neue Weise möglich. Sie kann durch differenzierende Aufgaben, interaktives Material, sowie die gesamte Anlage des Unterrichts (z. B. durch offene Formen) erfolgen. In der Zukunft werden adaptive Lernprogramme in diesem Bereich eine entscheidende Rolle zur Weiterentwicklung der individuellen Förderung spielen.

8. Intelligentes Üben

Intelligentes Üben findet statt, wenn die Erarbeitungs- oder Aneignungsphase halbwegs abgeschlossen ist. Es dient der Automatisierung, der Qualitätssteigerung sowie dem Transfer. Lerngegenstände haben für die Lernenden eine subjektive Bedeutung, die Übungsmethoden werden variiert sowie Übungen regelmäßig wiederholt, wobei der zeitliche Abstand ausgedehnt wird (Meyer 2004, 104f.). Intelligentes Üben ist somit eng mit der Konstruktion und zeitlichen Bearbeitung von Aufgaben verknüpft. Aufgaben werden so gestellt, dass sie vielfältig und relevant erscheinen sowie eine zeitliche Umwälzung und Vernetzung des Gelernten in regelmäßigen Abständen – in Präsenz- sowie in Distanzlernphasen – ermöglichen.

9. Transparente Leistungserwartung

Da Phasen des Lernens auf Distanz beim hybriden Lernen gegenüber einer 5-Tages-Präsenzschulwoche erhöht sind, sind transparente Leistungserwartungen, angelehnt an die Kernlehrpläne, umso wichtiger. Diese, beispielsweise in Form von Checklisten oder Kriterienkatalogen, zugänglich zu machen, ist sicherlich in diesem Kontext besonders wertvoll. Regelmäßige Lernfortschritte sollten in einer klaren Form zügig zurückgemeldet werden. Weiterhin gilt auch für hybrides Lernen bisher weiterhin, dass am Ende eine schriftliche Leistungsüberprüfung erfolgt. Damit sind transparente Leistungserwartungen und Lernrückmeldungen zentral, um die Anforderungen unter den neuen, komplexen Bedingungen zu verdeutlichen. 

10. Vorbereitende Lernumgebung

Beim hybriden Lernen gibt es unterschiedliche Orte, an denen gelernt wird. In der Fernumgebung muss der Lernende sich selbst einrichten und organisieren, weshalb eine grundsätzliche Anleitung und Unterstützung dafür von Lehrkräfteseite, aber auch die Unterstützung durch die Elternseite, notwendig erscheinen. Hierzu zählen die zeitliche Selbstorganisation, die Wahl eines ruhigen Raumes, die Ordnungsstruktur des gewählten Arbeitsplatzes sowie die Bereithaltung von (analogen und digitalen) Lernwerkzeugen (Meyer 2004, 121). Dafür könnten fächerübergreifende Workshops für die Lernenden angeboten werden, in denen solche Aspekte thematisiert, diskutiert und als Routinen eingeübt werden. Sollte dies nicht greifen, könnte weitere Unterstützung durch ein individuelles Lerncoaching erfolgen.

Wenn du an weiteren Beiträgen zum Thema ,,Distance Learning“ interessiert bist, klicke hier.

Quellen:

Klee/Krommer/Wampfler (2020): Impulse für das Lernen auf Distanz. Online hier verfügbar. [erneut eingesehen am 24.09.20]

Krapp/Ryan (2002): Selbstwirksamkeit und Lernmotivation. In: Hopf/Jerusalem (2002): Selbstwirksamkeit und Motivationsprozesse in Bildungsinstitutionen. Zeitschrift für Pädagogik, 44. Beiheift, S. 54-82.

Meyer, Hilbert (2004): Was ist guter Unterricht? Cornelsen Scriptor. Hier geht’s zum Buch (neue Auflage).

MSB (2020): Handreichung für lernförderliche Verknüpfung und Präsenz- und DIstanzunterricht. Online hier verfügbar [eingesehen am 28.09.2020]

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Ein Beispiel aus der Praxis

Wie kann Kollaboration mit den Schülerinnen und Schülern geübt werden?

Ausgehend von der Überzeugung, dass Lernende Übung und Anleitung im kollaborativen Arbeiten benötigen, wie es auch Herr Meier in seinem Artikel beschreibt und fordert, habe ich die Präsenzlernphase mit einer Klasse 9 dazu genutzt, eine solche Übung mit den Schülerinnen und Schülern durchzuführen. Erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten können so hoffentlich auch für den Distanzunterricht genutzt werden. Im Folgenden könnt ihr die Voraussetzungen, das Vorgehen und eine kurze Reflexion zu der Stunde nachlesen.

Voraussetzungen

Technik

Alle Schülerinnen und Schüler haben Zugang zu einem individuellen Office-365-Account, der auch Teams, Word und Power Point umfasst. Einige Schülerinnen und Schüler besitzen Tablets, darüber hinaus stehen in der Schule Laptops zum Ausleihen zur Verfügung. In der Schule gibt es flächendeckendes WLAN, in das sich die Schülerinnen und Schüler von jedem Endgerät aus mit einem Code (wird durch Lehrkraft für Einzel- oder Doppelstunden ausgeteilt) einloggen können. Die Codes laufen automatisch nach entweder 45 oder 95 Minuten (90 + 5 Minuten Pause) ab, sodass die Lernenden dann keinen Zugriff mehr auf das WLAN haben, bis sie einen neuen Code bekommen.

Lernende

Auch wenn es sich bei den Lernenden um digital natives handelt, wurde durch eine informelle Diagnose deutlich, dass Übung in der Handhabung und Nutzung der Programme von Office 365 notwendig ist. Da für die im Anschluss skizzierte Unterrichtsstunde Teams und Word eingesetzt wurden, spielten u.a. folgende Fragestellungen eine Rolle:

  • in Bezug auf Teams: Was ist der Unterschied zwischen der Erstellung eines Kanals und der Erstellung eines Chats? Welche Funktionen erfüllen Kanäle und Chats? Wie erstelle ich einen Gruppenchat? Was kann ich alles (wie) in diesen Gruppenchat posten?
  • in Bezug auf Word: Wie erstelle ich ein Word-Dokument und wie benenne ich es sinnvoll? Welche Ablage- und Ordnungssysteme sind sinnvoll? Wie teile ich Dateien mit anderen? Wie bearbeite ich Dateien mit anderen?

Deutlich gemacht wurde (von mir) zunächst, dass Teams primär als Kommunikations- und Organisationsinstrument dient und Word (und auch Power Point) die Datei bereitstellt, mit der (in kollaborativer Arbeit) ein Endprodukt (z. B. ein Handout, ein Protokoll, eine Broschüre eine Präsentation) zu einer bestimmten Aufgabe/Fragegestellung hergestellt werden kann.

Da es in diesem Beitrag nicht primär um die Programme an sich, sondern um das Anleitungs- und Übungsvorgehen gehen soll, werde ich in diesem Beitrag nicht weiter auf die einzelnen technischen Details von Teams, Word, Power Point o.ä. eingehen. Gute Einführungen dazu findet ihr beispielsweise bei YouTube, ich verlinke euch einen – meiner Meinugn nach – guten Kanal hier.

Zeit und Organisation

Für die Übung wurde insgesamt eine Doppelstunde (90 Minuten) eingeplant. Die Teilgruppe der Klasse bestand aufgrund von Hygienschutzbestimmungen aus zehn Lernenden, sodass ich die Stunde insgesamt dreimal hintereinander mit jeweils zehn Schülerinnen und Schülern durchgeführt habe. Dies war insofern hilfreich, als dass ich die von mir erstellten Arbeitsaufträge im Verlauf der Stunden justieren, den Stundenverlauf verbessern/anpassen und Probleme der Lernenden antizipieren, somit auch besser vorentlasten und darauf eingehen konnte. Zudem war die Unterstützung in Bezug auf technische Probleme bei der Anzahl der Lernenden gut möglich.

Vorgehen

Das Vorgehen wird in 14 Schritten dargelegt. Diese sollte nicht als allgemeingültige Anleitung verstanden werden, Unterricht muss natürlich an die jeweiligen Voraussetzungen, die vorliegen, angepasst werden. Für mich hat diese Vorgehensweise für die Voraussetzungen, die in meiner Klasse vorlagen und die ich beschrieben habe, funktioniert. Die Zeit von 90 Minuten war hier allerdings knapp bemessen, konnte aufgrund des Stundenplanes aber leider nicht verändert werden. Man könnte durchaus eine weitere Stunde für alles einplanen.

Schritt 1: Ausstattung der Lernenden mit individuellen Geräten (sofern sie kein eigenes Gerät haben), Einloggen ins WLAN sowie Einloggen in den individuellen Office-365-Account (im Speziellen: Teams und Word)

Schritt 2: Erläuterung des Ziels (Einüben des kollaborativen Arbeitens anhand einer Aufgabe)

Schritt 3: Klärung des Begriffes bzw. der Frage : Was umfasst Kollaboration? (Vorwissen, Gespräch, Tafel/Infografik)

Kollaboration – Infografik (oder als Tafelbild)

Falls ihr die Infografik für gut und nützlich haltet, steht sie euch zum Download frei zur Verfügung – einfach auf den ,Herunterladen‘-Button klicken. Ihr könnt sie euch dort auch näher anschauen, da die schwarze Schrift auf dem Bild nicht optimal zu lesen ist.

Schritt 4: Erläuterung des konkreten Arbeitsauftrages (siehe weiter unten)

Schritt 5: Wie erstellt man kollaborativ ein Produkt? (Sammlung von Ideen, Beginn des kollaborativen Gruppenprozesses (Schritte 6, 7, 8), Sicherung an Tafel – siehe Bild weiter unten im Beitrag, dort ist das Tafelbild schon vollständig)

Schritt 6: Selbstständige Gruppeneinteilung durch die Schülerinnen und Schüler (3-5 Personen pro Gruppe)

Schritt 7: Erstellung einer Kommunikationsgruppe (bei Teams). Die Kommuniktaionsgruppe wurde bei Teams durch die Schülerinnen und Schüler erstellt, ich wurde in die jeweiligen Gruppen – zwecks Hilfestellungen und Monitoring und auch nur für diesen Übungszweck – aufgenommen und konnte so die Entwicklung der Arbeit verfolgen.

Schritt 8: Erstellung eines Word-Dokumentes, das durch einen Link in der Gruppe geteilt wird. Das Erstellen eines Dokumentes und das Teilen erfolgte durch mich, sodass ich den Lernenden diesen Schritt am Bildschirm zeigen konnte.

Schritt 9: Gemeinsame Überprüfung, ob jeder in das Dokument schreiben kann oder ob es weitere technische Probleme gibt.

Schritt 10: Beginn der kollaborativen Gruppenarbeit: Unterstützung während des Prozesses nur, falls notwendig und angefragt, Timer über Classroomscreen, Zeitmonitoring (ca. 40 Minuten)

Schritt 11: Präsentation der Ergebnisse, Feedback und Vergleich

Schritt 12: Thematisierung von Erfahrungen und wahrgenommenen Schwierigkeiten

Schritt 13: Ergänzung von durchlaufenden Schritten zur Kollaboration: Wie erstellt man kollaborativ ein Produkt?, Strukturierung des Gesprächs durch die Lehrkraft (Vervollständigung des Tafelbildes)

Mögliches Tafelbild

Schritt 14: Gemeinsame Reflexion, z. B. Wurde das Produkt in der Gruppe wirklich kollaborativ erstellt? Wie beurteilt ihr die Nützlichkeit des kollaborativen Arbeitens und der Übung?

Arbeitsauftrag

Bei der Erstellung des Arbeitsauftrages zur Einübung des kollaborativen Arbeitens habe ich mich an folgenden Aspekten orientiert:

  • Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, interessantes Problem
  • Materialsteuerung durch Lernende individuell möglich (Recherche)
  • Initiation von kreativen Prozessen, vielfältige Lösungen möglich
  • Spaßfaktor
  • fächerübergreifend

Konkreter Arbeitsauftrag

Ein Textilhersteller aus Deutschland möchte seine ,,Trendmasken” mit Hilfe von Influencern verkaufen. Dazu sucht er Social-Media-Experten, die ihn bei der Auswahl von Influencern und einer Verkaufsstrategie beraten. Sein Marketing-Budget liegt bei 10.000 Euro und er möchte die Masken für 20 Euro verkaufen.

Dein Team und du seid Experten in einer Beratungsagentur. Ihr arbeitet eine passenende Strategie aus, indem ihr einen passenden Influencer für seine Masken sucht und ein mögliches Werbevorgehen skizziert. Dazu stellt ihr gemeinsam ein Handout her, auf dem ihr eure Ergebnisse strukturiert präsentiert. (Das Handout könnte für einen Pitch genutzt werden.)

Anmerkung zum Arbeitsautrag: Dies ist inhaltlich ein komplexer Arbeitsauftrag, an dem man – unter verschiedenen Gesichtpunkten – lange arbeiten könnte. Es ging an dieser Stelle jedoch primär darum, das kollaborative Arbeitsverfahren zu üben, weshalb zu erwarten war, dass Aufgaben nicht vollständig beendet werden konnten oder inhaltlich Potential zu einer Ausdifferenzierung zeigten. Die Lernenden haben die Aufgabe insgesamt sehr motiviert und gern bearbeitet, selbst innerhalb der kurzen Zeit konnte ein Handout mit ersten (Zwischen)Ergebnissen gemeinsam erstellt werden. Alle Gruppen hatten am Ende der Bearbeitungszeit ein bearbeitetes Dokument vorliegen.

Kurze Reflexion

Auffällig war, dass bei der Arbeit in Gruppen viele Lernende zunächst in alte Zuordnungsmuster verfielen: ,,Du schreibst – ich diktiere”. So habe ich vermehrt darauf hingewiesen, dass alle Personen gleichzeitig an einem Dokument (zu gleichen oder unterschiedlichen Zeiten) arbeiten können und auch Feedback zu den bereits geschriebenen Teilen gegeben werden soll. Die Verwunderung einiger darüber, dass, wenn Person 1 etwas schreibt, alle anderen im Team das dann auch wirklich auf ihren Bildschirm sehen können, zeigt mir, dass Lernende an neue (kollaborative) Arbeitsformen schrittweise herangeführt und diese auch unter Anleitung ausprobieren mussen.

Negativ angemerkt haben einige Schülerinnen und Schüler, dass die Aktualisierung einzelner Bildschirme nicht immer gleich war (Ladezeit, Empfang der Geräte), was natürlich als hinderlich empfunden wurde. Alles in allem standen die Lernenden am Ende der Stunde dem kollaborativen Arbeiten jedoch positiv gegenüber. Abschließend beurteilten sie anhand der Merkmale von Kollaboration selbstständig, ob in der Gruppe auch wirklich Kollaboration stattgefunden hat. Sie diskutierten Möglichkeiten der Nutzung kollaboratives Arbeitens. Hier wurde dann auch sofort der Distanzunterricht angeführt. 

Kollaboratives Arbeiten ist komplex. Das schrittweise Führen durch die und Begleitung der Prozesse in Kombination mit dem selbstständigen Ausprobieren und einer Reflexion habe ich als gewinnbringend für alle empfunden.

Wie ging es weiter?

Als nächsten Schritt (neue Doppelstunde) sollten die Lernenden dann das Gelernte weiter vertiefen, indem eine neue Aufgabe (für die gleichen Gruppen) gestellt wurde, bei der eine kurze Präsentation mit Power Point hergestellt werden sollte. Die Anleitungen meinerseits wurden verringert, die Selbstverantwortung der Lernenden erhöht.

Als zusätzlicher Punkt kam hinzu, dass die Schülerinnen und Schüler nicht mündlich miteinander kommunizieren durften, sondern nur über den Chat (Teams), was auch überwiegend eingehalten wurde. So wurde die Übung für den Distanzunterricht weiter ausgebaut. Auch bei dieser Übung erstellte jede Gruppe ein Produkt, und alle Gruppen lieferten ein Ergebnis. Diese Ergebnisse waren unter Berücksichtigung aller Bedingungen qualitativ sowie quantitativ insgesamt als gut einzustufen. In der Zukunft soll das kollaborative Arbeiten im Unterricht ausgebaut werden.

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Eine Praxisreflexion

Dies ist ein Gastbeitrag von @herr_meier_macht_geschichte, Lehrer für die Fächer Geschichte und evangelische Religion an einer Gesamtschule in NRW. Mehr Einblicke in seinen Unterrichtsalltag, Beiträge zur Geschichtsdidaktik und zum digitalen Lehren und Lernen gibt es auf seinem Instgram-Profil sowie seinem Blog! Viel Spaß!

Während der Corona-Zeiten hat das Homeschooling und der damit verbundene digitale Unterricht Hochkonjunktur – darüber freue ich mich und begrüße sehr, dass sich immer mehr getraut wird und wir sehen können, dass Unterricht auch anders ablaufen kann und vielleicht sogar muss.  

Ein Stichwort, was nun wieder vermehrt fällt, ist das kollaborative Arbeiten bzw. kollaborative Lernen.  Es wimmelt im Internet von Tools und Möglichkeiten kollaborative Lernangebote zu erstellen und mit den Schülerinnen und Schülern durchzuführen. Ausgehend vom Geschichtsunterricht möchte ich in diesem Artikel darstellen, was kollaboratives Arbeiten bedeutet, welche Fallstricke es im Homeschooling bereit hält und was man aus meinen Erfahrungen lernen kann.

Was bedeutet kollaboratives Lernen überhaupt? 

Beim kollaborativen Lernen steht der Lernprozess als solcher im Vordergrund. Es geht – vereinfacht gesagt – darum, in einer Gruppe ein Problem zu lösen. Die Problemlösung wird dann weniger durch strukturierte Arbeitsaufträge vorgegeben, sondern es sollen sich vielmehr kommunikative Prozesse unter den SuS entwickeln, an deren Ende das gemeinsam erstellte Lernprodukt steht und alle den gleichen Wissensstand aufweisen können. Somit ist jede*r für den Prozess und das Ergebnis in der gleichen Weise mitverantwortlich, auch weil durch digitale Medien das simultane Arbeiten an einem Endprodukt auf eine neue Weise möglich gemacht wird. Ebenfalls gehört dazu, „die jeweilige persönliche Verantwortung für das Gruppenziel zu erkennen und zu übernehmen, sowie ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass gegenseitige Unterstützung, Erklärungen, Bereitschaft zur Diskussion und Kompromissfähigkeit dem gemeinsamen Lernprozess dienen.“  (Nachweis: hier, abgerufen am 05.06.2020)

Kollaboration und Geschichtsdidaktik

Im engeren – hier geschichtsdidaktischen – Sinne ist dem kollaborativen Lernen immanent, dass die Schülerinnen und Schüler den Konstruktionscharakter von Geschichte verstehen und selbst historische Narrative anfertigen und über den Entstehungsprozess reflektieren können [vgl. Pallaske 2016, 305]. Denn gerade das Schreiben und Dekonstruieren von Geschichte in einem kollaborativen Lernprozess führt den Lernenden diese grundlegenden Ziele von Geschichtsunterricht sehr eindrücklich und nachhaltig vor Augen. So verstanden lässt sich das Konzept des kollaborativen Lernens selbstredend gut in einen problemorientierten Geschichtsunterricht integrieren.

Was sollten die Lernenden konkret machen?

In Kombination mit einem Padlet und gut ausdifferenzierten Arbeitsaufträgen sollten die Schülerinnen und Schüler kollaborativ Teilprobleme/-Teilstrukturen des Investiturstreits bzw. des Gangs nach Canossa (verwendetes Video) erarbeiten. Methodisch habe ich mich an der Methode der Konfliktanalyse angelehnt.

Die SuS erhielten von mir eine Einführung in Form eines kurzen Videos. Hier ging es zum einen darum, dass ich ihnen nochmals die Funktionsweise des Padlets erläuterte und den Arbeitsauftrag erklärte. Der Austausch solle in einem kollaborativen Office-Dokument auf unserem Schulserver stattfinden – aber sie durften sich auch über andere Kommunikationskanäle miteinander austauschen. Am Ende des Arbeitsprozesses sollte also in dem Padlet zu einzelnen Aspekten des Gangs nach Canossa Ergebnisse stehen, mit deren Hilfe die Schülerinnen und Schüler ihre Sachkenntnis zu diesem historischen Ereignis vertiefen und die Problemfrage, wer denn nun die Oberhand gewonnen hat: Kaiser oder Papst? beurteilen können.

Das hat so aber nicht funktioniert – warum nicht? 

Wo lag das Problem?

Mit einem Blick auf die Arbeitsergebnisse lässt sich sagen, dass der Erkenntniserwerb nicht das Problem gewesen ist. Die SuS haben in ihren selbstgewählten Gruppen durchaus Arbeitsergebnisse produziert, die inhaltlich gut waren. Diese sind aber eindeutig nicht in einem kollaborativen Prozess entstanden, sondern waren letztlich „nur“ Ergebnisse einer umfangreicheren Schulbucharbeit unter dem Etikett einer Gruppenarbeit:

Die SuS haben offensichtlich nicht diskursiv ein Ergebnis gemeinsam bearbeitet, sondern einfach nur Arbeitsaufträge abgearbeitet. Es sind also keine kollaborativen Office-Dokumente entstanden, scheinbar keine fachlichen Diskurse über die Problemlösung geführt worden, sondern abgearbeitete Arbeitsergebnisse mit Hinweis auf die Gruppenmitglieder eingereicht worden. Somit hätte ich mir das didaktische Drumherum sparen können: Das Padlet hat scheinbar nicht bei der Strukturierung geholfen, die Möglichkeit gemeinsam und v.a. gleichzeitig an einem Ergebnis in einer Datei zu arbeiten scheint für die SuS keinen Vorteil zu bringen.

Den Lernenden war vielleicht auch nicht transparent genug, was erwartet wurde: Eine gemeinsam (=kooperativ und kollaborativ) erstellte – Achtung Dialektik – digitale Wandzeitung. Auch waren meine Arbeitsaufträge vielleicht zu detailliert, sodass sie dazu verleiteten, sie einfach nur abzuarbeiten. Das Problem lag aus meiner Sicht also nicht auf der fachlichen Ebene. Sondern eben darauf, dass die Art des Arbeitens an sehr viele Voraussetzungen geknüpft ist, die es vorher zu bedenken gilt.

Abbildung 1: Auszug aus einem Padlet zum Investiturstreit

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? 

Um kollaborativ arbeiten zu können, müssen aus meiner Sicht und Erfahrung verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein.  Wie ich oben bereits erwähnte, lagen die Probleme weniger auf der narrativen Kompetenz der SuS, sondern eher auf der mediendidaktischen Seite. Folgende Ebenen halte ich für sinnvoll zu unterscheiden:

1) Die persönlichen Voraussetzungen

Die SuS müssen über ein Mindestmaß an Selbstorganisation verfügen und es gewohnt sein, selbstständig arbeiten zu können. Insbesondere bei dieser dezentralen Aufgabe ist es für das Gelingen des Gruppenprozesses notwendig, dass sich jede*r einzelne an die z.T. selbstgesetzte Fristen halten kann und seinen persönlichen Workflow diesen anpassen kann, dabei aber nicht die Deadline aus dem Auge verliert.

Auf der eher methodisch-technischen Ebene müssen die Lernenden natürlich über Kompetenzen verfügen, mit den technischen Gegebenheiten umzugehen: Wir lade ich was hoch, wie funktioniert die gemeinsame Arbeit in deinem Office-Dokument aber auch wie komme ich an zusätzliche Informationen, wie bereite ich sie auf usw. (also das breite Spektrum der Medienkompetenz, vgl. Medienkompetenzrahmen NRW (abgerufen am 08.06.2020).

Ulf Kerber fasst diese Aspekte treffend unter „Fähigkeiten“ (technisch-instrumentell und arbeits-koordinatorisch), „Wissen“ (u.a. medienfunktional) und „Ko-Konstruktion“ (u.a. Verbindungsprozesse) zusammen [vgl. Kerber, Historische Medienbildung, 2016, 61]. Hier muss also vorher schon viel im Unterricht geschehen sein, ansonsten fällt es den SuS bereits auf dieser Ebene schwer, methodisch sinnvoll und v.a. zielführend zu arbeiten.

2) Die technischen Voraussetzungen

Da die Lernenden von Zuhause aus arbeiten und keine schulischen Ressourcen zur Verfügung haben, müssen sie über geeignete Endgeräte und eine belastbare Internetleitung verfügen. Mit einem Smartphone kann man sicherlich arbeiten, aber wenn es darum geht, größere Datenmengen herunterzuladen und zu bearbeiten, man aber keinen DSL-Anschluss hat, wird es mit dem Datenvolumen irgendwann eng. Auch ist es sehr mühselig auf einem Smartphone z.B. längere Texte zu schreiben. Natürlich gilt dieses Problem in diesen Zeiten nicht nur für das kollaborative Lernen, sondern für das Homeschooling insgesamt.

3) Die gruppendynamischen Voraussetzungen 

Wie bei jeglicher Form des kooperativen Lernens stehen und fallen Lernprozesse mit der Gruppenkonstellation. Aber insbesondere in einem Setting, in dem die SuS nicht einfach nur einige Arbeitsaufträge abarbeiten, sondern kommunikativ historische Fragestellungen bearbeiten sollen, ist es sehr davon abhängig, wie gut oder schlecht Lernenden miteinander arbeiten können. Auch ist es im Rahmen des kollaborativen Lernens entscheidend, ob die SuS „Differenz nicht als Problem, sondern als Chance“ [Baumann-Gibbon/Menzel 2017, S. 170] begreifen. Heißt: Auch der Blick darauf, dass unterschiedliche Herangehensweisen, verschiedene Problemlösungsansätze und differente Wissensstände zu dem gesteckten Ziel führen können, wird den SuS abverlangt.

4) Die didaktischen Voraussetzungen 

Hierunter verstehe ich die didaktisch-methodisch reflektierten Voraussetzungen, die ein Schüler oder eine Schülerin vorfindet. Das ist also eine Ebene, die zuvor durch die Lehrkraft vorbereitet wird. Die Lehrkraft muss sich auf der einen Seite natürlich fragen, ob die Methode mit dem verlangten Kompetenzerwerb zusammenpasst. Aber auch, ob sich die Fragestellungen dazu eigenen kommunikative Lernprozesse zu initiieren und nicht zuletzt: Erfüllen meine SuS überhaupt alle Voraussetzungen, um kollaborativ lernen zu können?

Eben diese Frage erscheint mir rückblickend als die wichtigste – es war aber auch gleichzeitig die, die ich als nachrangigste Frage angesehen habe. Ich denke nämlich, dass insbesondere die persönlichen Voraussetzungen zentral sind. Denn insbesondere die Selbstorganisation muss ausgeprägt sein, um mit einem solch dezentralen und kollaborativen Arbeitsprozess zurecht zu kommen.

… und nun?

Ernsthaftes kollaboratives Lernen wird nicht sui generis durch das Erstellen eines Padlets, eines Etherpads o.ä. initiiert. Um solche Lernprozesse insbesondere für den Geschichtsunterricht initiieren zu können, bedarf es einer zuvor umfangreich durchdachten und reflektierten Problemaufgabe und vor allem viel Übung, Übung, Übung! Deshalb ist es notwendig, dass im (Geschichts-)Unterricht solche Prozesse in einzelnen Unterrichtsabschnitten eingeplant und nach und nach eingeübt werden. Außerdem zeigt sich, dass Medienbildung eben keine Aufgabe eines Faches „Medien“ sein kann, sondern dass es eine Querschnittsaufgabe sein muss, die eben auch die spezifischen Besonderheiten eines jeden Faches berücksichtigt und insgesamt im Unterricht der Schülerinnen und Schülern ihren Platz findet, wenn man dem ehernen Ziel „4K“ nur ansatzweise gerecht werden möchte. 

Wie kann kollaboratives Lernen gelingen?

Kurz gesagt: Indem alle vier Voraussetzungen erfüllt werden. Das lässt sich aus meiner Sicht auf vier Praxis-Tipps herunterbrechen:

1. Die Fähigkeiten der Lernenden
• Sind meine SuS mit den Medien, die sie nutzen sollen, vertraut? 

• Brauchen Sie Unterstützung beim Zeitmanagement?

 • Kennen sie bereits Formen von Kollaboration (etwa durch Übungen im Unterricht)

2. Die Technik
• Haben alle meine SuS ein passendes Endgerät, um an der Kommunikation zu partizipieren?

• Wie groß sind die Datenmengen, die evtl. heruntergeladen werden müssen (Videos? Bildquellen? Andere benötigte Materialien?

• Funktionieren meine bereitgestellten Medien?

3. Die Gruppendynamik

• Wie werden die SuS eingeteilt: Selbstständig? Zufällig? Durch mich?

• Wie gehen die SuS voraussichtlich mit Differenzen um? Brauchen sie hier Hilfestellung (moderierender Eingriff durch mich?)

4. Das didaktische Arrangement 

• Bietet meine Problemstellung Möglichkeiten der Kollaboration?

• Passen Medium und erwartetes Ergebnis zusammen?

• Ist den SuS Aufgabe, Prozess und Ergebnis transparent genug gemacht worden?

• Erfüllen mein Arrangement und die SuS alle Voraussetzungen? 

Mit Hilfe dieser vier Kategorien und ihren Leitfragen kann aus meiner Sicht echte Kollaboration gelingen – sie garantieren es natürlich nicht.

Nachtrag: In diesem Beitrag findest du ein Praxisbeispiel dazu, wie mit den Schülerinnen und Schülern kollaboratives Arbeiten konkret geübt wurde.

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Alle zitierten Artikel stammen aus: Bernsen/Kerber (Hrsg.), Praxishandbuch Historisches Lernen und Medienbildung im digitalen Zeitalter, Bonn 2017 [BPB Lizenzausgabe, abgerufen am 09.06.2020]

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Videobasierter Unterricht konkret https://digitales-klassenzimmer.org/videobasierter-unterricht-konkret/ https://digitales-klassenzimmer.org/videobasierter-unterricht-konkret/#respond Tue, 26 May 2020 11:10:30 +0000 http://digitales-klassenzimmer.org/?p=3637 10 Tipps

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10 Tipps

Was hat bei videobasiertem Unterricht (für mich) bisher gut funktioniert?

Homeschooling und distance learning stellen alle Lehrkräfte vor neue Herausforderungen: Technische Hürden müssen genommen, Beziehung erfolgreich gepflegt sowie fachliche Kompetenzen gefördert werden. Für den Fremdsprachenunterricht kommt hinzu, dass die Ausbildung einer kommunikativen Kompetenz (als ein Hauptziel des Fremdspachenunterrichts) in Videokonferenzen aus verschiedenen Gründen als schwieriger wahrgenommen wird, weil tendenziell der Sprachumsatz der Lernenden bzw. das spontane dialogische und zusammenhängende Sprechen geringer erscheint.

Was in von mir bisher durchgeführten Videokonferenzen bisher gut funktiert hat, sodass ich die Konferenzen als gewinnbringend wahrnehmen konnte, könnt ihr in den folgenden Abschnitten, zusammengefasst als 10 Punkte, nachlesen. Die Ausführungen greifen insbesondere auf Erfahrungen mit videobasiertem Unterricht im Fach Englisch der Sek I zurück, sind aber insgesamt als fächerübergreifend zu verstehen. Falls ihr zunächst an einer allgemeinen Einführung zu videobasiertem Unterricht interessiert seid, ist dieser Beitrag vielleicht etwas für euch. Viel Spaß!

  1. Kleine Gruppen

Um die einzelnen Schülerinnen und Schüler besser ansprechen zu können sowie Hemmungen, sich in Videokonferenzen zu äußern, abzubauen, wurde die Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Videokonferenzen finden dann zweimal hintereinander für von mir festgelegte Gruppen statt (eine Konferenz dauert ca. zwischen 30-45 Minuten, was für die Aufmerksamkeit und Konzentration als angemessen empfunden wird). Von den Lernenden wurde zudem rückgemeldet, dass sie auch kleine Gruppen bevorzugen.

2. Fremdsprache verwenden

Fremdsprachenunterricht führe ich von der ersten Begrüßung bis zum Schluss fast ausnahmelos in der Fremdsprache durch. Die Schülerinnen und Schülern wärmen sich bei einem kleinen chit-chat zu Beginn sprachlich auf. Je natürlicher ich mit der Situation umgehe, desto – zumindest ist das mein Eindruck – gefühlt natürlicher antworten und sprechen die Lernenden auch in der Fremdsprache.

3. Persönliche Begrüßung & Raum für Gespräche

Bereits eine Viertel Stunde vor Beginn der eigentlichen Konferenz gehe ich online. Da die SuS sich dann nach und nach einloggen und die Gruppen in der Regel nicht allzu groß sind, bleibt genug Zeit, um jeden Einzelnen zu begrüßen und ein paar Worte mit jeder Person (oder den meisten) zu wechseln. Dadurch soll sich jeder auch wahrgenommen fühlen und die Beziehung insgesamt gestärkt werden. Weiterhin können die 15 Minuten zu Beginn auch dafür genutzt werden, Raum für Gespräche unter den Schülerinnen und Schülern zu geben, um ein ,,Wir“-Gefühl zu etablieren.

4. Personen notieren

Ich persönlich schreibe mir, sobald sich die Schülerinnen und Schüler eingeloggt haben, die Namen dieser auf einen analogen Zettel. Das hilft mir dabei, zu visualisieren, wer in der Konferenz ist, wen ich virtuell ansprechen kann sowie niemanden zu ,,übersehen“, da ich auch nicht alle Bilder der Schülerinnen und Schüler auf meinem Bildschirm angezeigt bekomme (Teams). Zudem führe eine lockere Strichliste darüber, wie oft ich welche Person angeprochen habe.

5. Technische Voraussetzungen & Ablauf klären

Nach den informellen Gesprächen und der Begrüßung werden technische Voraussetzungen gecheckt: Bei wem funktioniert das Mikro nicht, wer kann sich nicht ,,unmuten“, wer kann nur in den Chat schreiben? Weiterhin weise ich noch einmal darauf hin, was wir für die Sitzung alles benötigen (Schreibwerkzeug, Schulbuch, vorbereitete Aufgaben etc.), sodass jeder erneut Gelegenheit dazu bekommt, diese Dinge an seinen Arbeitsplatz zu schaffen.

In einem weiteren Schritt kann dann der Ablauf der Konferenz skizziert werden. Da allen der zeitliche Umfang klar ist, kann zur Visualisierung des inhaltichen Ablaufs, wenn man das möchte, ein Advanced Organizer als Teil einer Präsentation eingeblendet werden.

6. Einsatz von Präsentationen

Im Sinne einer klaren Strukturierung kann eine vorbereitete Präsentation helfen, das Unterrichtsgeschehen zu organisieren und einen roten Faden während der Videokonferenz beizubehalten. Auf den Folien sind Aktivitäten, Sprachhilfen (Scaffolding im Fremdsprachenunterricht), Übungsaufgaben, Bilder etc. zu sehen. Präsentationen werden während Videokonferenzen z.B. durch das Teilen des eigenen Bildschirms eingeblendet.

7. Wechsel von Aktivitäten

Ein ausgewogenes Verhältnis in Bezug auf den Wechsel von Aktivitäten und der Zeit hilft, die Aufmerksamkeit und die Motivation der Lerndenden zu erhalten. Beispielsweise wünschten sich viele Lernende der Sek I während der Konferenz auch selbst eine (zumindest kurze) (Einzel)-Erarbeitungsphase bzw. Übungsphase. In diesem Artikel (auch oben verlinkt) findet ihr auch Überlegungen zu Strukturierung von videobasiertem Unterricht nach dem Phasenmodell.

8. Rituale etablieren: Meldekette, Meldefunktion und Chatfunktion nutzen

Wenn die Gruppe klein ist und auch eine Art von ,,Wir“-Gefühl etabliert wurde, funktionieren auch Rituale wie eine Meldekette – zumindest meiner Erfahrung nach. Sind die Lernenden mit einer Aufgabe, die während einer Konferenz bearbeitet werden sollte, fertig, schreiben sie eine kurze Rückmeldung (z.B. DONE) in den Chat. Fragen während Erklärungen können, sofern vorhanden, auch durch eine virtuelle Meldung (Hand-Zeichen) angegeben werden.

9. Feedback einholen

Am Ende der Konferenz sind die Lernenden dazu aufgefordert, blitzlichtartig etwas zu sagen. Das können Eindrücke zur heutigen Konferenz sein, weitere Fragen, persönliche Befindlichkeiten oder Anregungen für die nächste Konferenz. Wichtig erscheint mir, auf diese Weise ein informelles Feedback einzuholen und den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass sie als Person sowie in der Planung des Lernprozesses wahrgenommen werden.

10. Wertschätzung und Geduld

Vielleicht das Wichtigste: Nicht verzweifeln, wenn mal etwas nicht nach Plan klappt! Geduld mit den Schülerinnen und Schülern, aber natürlich auch sich selbst hilft dabei enorm! Und Loben sowie Wertschätzung gegenüber den Lernenden zeigt, dass auch sie im Distanzunterricht ,,einen guten Job machen“. Wer freut sich nicht darüber?!

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