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Erfahrungen und Tipps

Dies ist ein Gastbeitrag von Nora, einer angehenden Referendarin aus NRW mit den Fächern Englisch und Französisch. Danke, Nora!

Das Praxissemester ist eine tolle Chance, sich kurz vor dem Referendariat ohne Bewertungsdruck auszuprobieren. Wenn es dann endlich in die Praxisphase geht, sind viele Studierende jedoch aufgeregt, fühlen sich unvorbereitet und der Aufgabe nicht gewachsen. Dabei wird oft vergessen, dass noch kein Lehrer und keine Lehrerin vom Himmel gefallen ist und dass auch niemand von den Studierenden erwartet, perfekte Unterrichtsstunden zu geben – weder die Ausbildungslehrer*innen noch die Schüler*innen oder die Fachleiter*innen. Für all diejenigen, die sich trotzdem Sorgen machen, hier ein paar Tipps, wie das Praxissemester zu einer stressfreien und lehrreichen Zeit werden kann:

Auch wenn die Schulen und alle Lehrer*innen wissen, dass ihr eine bestimmte Anzahl an Unterrichtsstunden geben müsst, solltet ihr die Initiative ergreifen. Fragt die Lehrer*innen, die ihr begleitet, wann der beste Zeitpunkt dafür ist, und bringt eure eigenen Ideen für den Unterricht mit. Niemand erwartet einen ausgereiften Unterrichtsentwurf, aber lasst euch von den Lehrern*innen nicht alles vorkauen.

​In der Uni wird es häufig so dargestellt, als ob sich an der Schule niemand für Praxissemesterstudierende interessiere. Während meines PS habe ich allerdings eine andere Erfahrung gemacht: Schüler*innen unterscheiden kaum zwischen Studierenden, Referendar*innen und ausgebildeten Lehrern*innen. Ihr schlüpft also sofort in eure neue Rolle und seid sowohl Autoritätsperson als auch Vorbild. Aber keine Panik! Während des Praxissemesters seid ihr nie alleine mit Schüler*innen und habt immer Unterstützung von anderen Lehrer*innen- die zweite Gruppe Menschen, die tatsächlich an euch interessiert ist. Vorausgesetzt, ihr begegnet ihnen mit Neugierde, Offenheit und Engagement. Im besten Fall könnt ihr die Lehrer*innen im Unterricht entlasten und euch eine Menge von ihnen abgucken. Wer sich Mühe gibt und kooperiert, wird mit Sicherheit gerne einbezogen.

​Das A und O während des Praxissemesters ist Organisation! Uni, Schule, Nebenjob und Privatleben unter einen Hut zu bekommen kann zugegebenermaßen schwierig sein. Gerade wenn ihr zur Schule oder Uni pendeln müsst, verliert ihr täglich viel Zeit. Warum diese Zeit nicht einfach zum Arbeiten nutzen? Seid euch außerdem von Anfang an bewusst, dass ihr i.d.R. vier Unterrichtsberatungen und ein Bilanz- und Perspektivgespräch führen müsst. Legt die Termine so früh wie möglich fest und richtet euch dabei nach den Lehrkräften, deren Unterricht ihr begleitet. Denkt daran, dass ihr die Klassen vor so einer UB am besten schon unterrichtet haben solltet – fragt die Lehrkräfte also frühzeitig, wann ihr den Unterricht übernehmen könnt. Vergesst aber neben all den aufregenden neuen Eindrücken in der Schule nicht, dass ihr die Forschungsberichte für die Uni verfassen müsst. Notiert euch in den ersten Wochen, was euch an der Schule besonders auffällt und startet dann rechtzeitig mit euren spezifischen Beobachtungen. Dabei kann ein und dasselbe Thema an unterschiedlichen Schulen sehr anders bearbeitet werden. Passt eure Forschung also an die Gegebenheiten an. 

​Der aufregendste Teil des Praxissemesters ist natürlich der erste eigene Unterricht. Um einen möglichst großen Lernzuwachs zu erzielen, würde ich empfehlen, euch nicht am Unterricht der eigenen Schulzeit, fertig erarbeiteten Stunden aus der Uni oder dem Internet zu orientieren bzw. diese sogar zu übernehmen. Es geht ja schließlich darum, den Welpenschutz zu nutzen und mit Ideen zu experimentieren, damit ihr euren eigenen Stil finden könnt. Ihr müsst das Rad natürlich nicht neu erfinden, aber kreative Ideen werden sowohl von den Schüler*innen als auch den Lehrer*innen wertgeschätzt. Besonders der Einsatz verschiedener Medien kann dabei helfen. Denn sein wir mal ehrlich: die veralteten Fotos aus vergilbten Lehrbüchern kann wirklich niemand mehr sehen und sie haben mit der Realität meistens sowieso nicht viel zu tun. Während meines Praxissemesters habe ich im Englischunterricht der EF eine Mini-Reihe zu Bewerbungen gemacht. Dabei habe ich für einen Unterrichtseinstieg auch Memes genutzt. Wenn man die Lebenswelt der Schüler*innen in den Klassenraum bringen kann, ist es viel leichter, ihr Interesse zu wecken. Natürlich eignet sich nicht jedes Meme für den Einsatz im Unterricht und sollte auch nicht um des Meme willen eingesetzt werden. Ich möchte euch nur ermutigen, eurer Kreativität freien Lauf zu lassen.

​Zwei Dinge, die beide mit Zeitmanagement zu tun haben, habe ich aus meinem ersten Unterricht gelernt: 

​1. (Kreativen) Unterricht vorzubereiten, ist eine völlig neue Aufgabe, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Während des Praxissemesters hat man noch die Zeit, perfektionistisch mitunter stundenlang eine einzige Stunde vorzubereiten – also genießt es und bastelt an euren Stunden, solange es nur so wenige sind. 

​2. Ich habe nach nur wenigen Stunden gemerkt, dass eine große Schwierigkeit darin besteht, die richtige Menge an Zeit für einzelne Aufgaben einzuplanen. Für den Notfall sollte man am besten immer einen Puffer oder eine Transferaufgabe für das Ende der Stunde bereithalten und auch an Dinge wie Differenzierung, z.B. in Form von Sprinteraufgaben, denken. 

Zum Abschluss will ich euch noch einmal die Angst vor dem Praxissemester nehmen. Natürlich kann man Glück und Pech mit den Ausbildungsschulen haben. Aber wer engagiert und interessiert ist, wird auf jeden Fall viel lernen. Seid mutig und springt über euren Schatten. Zeigt Initiative und probiert euch aus – es kann euch ja nichts passieren.

Teile diesen Beitrag gerne mit Studierenden oder Freunden, für die er auch hilfreich sein könnte. Beachtet dabei, dass sich die Ausbildungssituation in den Bundesländern unterscheiden können.

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Unterrichtsbesuche https://digitales-klassenzimmer.org/unterrichtsbesuche/ https://digitales-klassenzimmer.org/unterrichtsbesuche/#respond Mon, 02 Dec 2019 22:14:13 +0000 http://digitales-klassenzimmer.org/?p=2367 Tipps für UBs - Teil 1

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Tipps für Unterrichtsbesuche – Teil 1

UB. Zwei Buchstaben, die bei Referendar*innen und auch noch nach dem Ref noch Stress auslösen können, denn sie sind vor allem mit einem verbunden: Bewertung. Damit du gut vorbereitet und mit einem sicheren Gefühl in deinen ersten, nächsten oder letzten UB gehen kannst, findest du in diesem Beitrag sieben Tipps, die du auch während deiner Vorbereitung als Checkliste abhaken kannst. Teile sie gern mit Leuten, für die sie hilfreich sein können. Hier also Teil 1 zum Thema: Tipps für UBs!

1. Plane deine Termine frühzeitig! Egal, ob du deinen UB in deinem eigenen (bedarfsdeckenden) Unterricht oder Ausbildungsunterricht zeigst: Überlege frühzeitig, wann du ihn sinnvoll legen willst. Darum herum gibt es nämlich einige Dinge zu beachten, z.B. Wann schreiben die SuS die Klausur/Klassenarbeit? Gibt es Termine im Kalender, die ferner berücksichtigt werden müssen? Frage anschließend einen Termin bei deinem/deiner Fachleiter*in an. Gut ist es, min. zwei Termine zur Auswahl zu stellen, da sich bei Fachleiter*innen Termine zu bestimmten Zeiten natürlicherweise häufen und du so deine Chance auf deinen Wunschtermin erhöhst.

Kleiner Tipp: Die zweite Stunde einer Doppelstunde kann auch ein sehr guter Termin sein, da man durch die erste Stunde zur Not einen kleinen Zeitpuffer hat. Zudem ist die Sicherungs- bzw. Reflexionsphase vor allem in fortgeschrittenen Besuchen besonders interessant für Fachleiter*innen.

2. Plane vom Ziel aus! Was will ich eigentlich in diesem UB zeigen? Eine Frage, die alle Referendar*innen umhertreibt. Man möchte und soll in UBs ja nicht immer das Gleiche zeigen. Wichtig ist es aber, sich vor Augen zu führen, dass man die Planung nicht bei der Methode beginnt! Überlege dir also zunächst, welche Kompetenzbereiche du (in Zusammenhang mit welchen Inhalten) anzielen willst (Was sollen die SuS in dieser Stunde lernen?). und erst dann, wie du diese Ziele ansteuern willst (die Methode und Aufgaben). Es ist normal, dass sich eine Idee für einen Besuch dann in Gedanken überlappend entwickelt, jedoch solltest du vermeiden, von Beginn an von der Methode aus zu denken (z.B. Ich will ein Lerntempoduett zeigen). Die Methode sollte (in der Regel) nicht über dem inhaltlichen Lernzuwachs stehen und auch nicht zum Selbstzweck praktiziert werden und diese Gefahr ist erhöht, wenn man von der Methode aus denkt. Ausnahmen können reine Methodenstunden darstellen, die jedoch in der Praxis nicht die Mehrzahl der Stunden ausmachen (und ,,Methodenstunden“ funktionieren auch nicht ohne Inhalt).

3. Bereite dich fachwissenschaftlich gut vor! Fachwissenschaftliche Expertise ist neben der pädagogischen und fachdidaktischen Expertise eine Säule in der Ausbildung von Professionalität. Durch den Prozess der Digitalisierung kommt die technische Expertise dazu. Mehr Informationen findest du beispielweise im TPACK-Modell https://digitales-klassenzimmer.org/das-tpack-modell/. Ein gutes fachwissenschaftliches Wissen kann dir neben Sicherheit durch dein Auftreten und deiner Expertise auch zu einer Form von natürlicher Autorität verhelfen.

4. Reduziere didaktisch! Neben einem guten Fachwissen gilt in Bezug auf das Runterbrechen eines Gegenstandes für den Unterricht folgende Prämisse: Betreibe didaktische Reduktion! Deine Aufgabe ist es also, die zu vermittelten Inhalte – metaphorisch gesehen – in mundgerechten Häppchen zu präsentieren, die für deine SuS verdaubar sind. An dieser Stelle eine sinnvolle Passung für deine SuS zu schaffen, kann zu Beginn eine besondere Herausforderung darstellen. Einen ersten Überblick und eine Orientierung geben dir Schulbücher, Handreichungen für Lehrer*innen und spezielle Themenhefte, in denen du passende Texte sowie didaktische Anmerkungen findest. Die richtige Passung für deine SuS findest du allerdings erst durch die Auseinandersetzung mit der Lerngruppe und der Diagnose ihrer Fähigkeiten, auf die du dann deinen Unterricht abstimmst. Deine didaktische Reduktion bzw. deine Häppchen sollten demnach an die Lerngruppe angepasst werden. Dazu hilft es auch, sich regelmäßig mit dem Ausbildungslehrer*in über die Klasse auszutauschen. Dieser Austausch kann also auch ein Vorteil von Ausbildungsunterricht sein.

5. Zeige etwas, bei dem du dich sicher fühlst! Im besten Fall ist allen SuS sowie dir klar, was wer in der Stunde zu tun hat. Damit ist nicht gemeint, dass du mit den SuS den Inhalt deiner Stunde im Vorfeld besprichst, sondern dass du den Ablauf deiner Stunde im Idealfall schon einmal mit ihnen am Beispiel eines anderen Themas oder zumindest so ähnlich wie in dem UB durchgeführt hast. Das gibt allen Beteiligten Sicherheit und verringert die Gefahr von Chaos oder dem diffusen Gefühl von Unsicherheit bei den SuS sowie dir.

6. Wähle eine klare Phasierung! Eine klarer Stundenaufbau ist die Grundlage eines gelingenden Besuches und auch Resultat eines strukturierten und durchdachten Planungsprozesses. Mach es also nicht kompliziert, indem du zu viele Phasen, Erarbeitungen und Zwischensicherungen einbaust, da man sich dort schnell verzetteln kann (und die SuS natürlich auch). Man spricht im Allgemeinen im Zusammenhang mit der Phasierung von der „klassischen“ Dreiteilung. Damit sind Einstieg, Erarbeitung und Sicherung gemeint. Interessant wird es dann besonders bei Übergängen von der einen zur anderen Phase. Hier gilt es, zielführende Impulse zu setzen, sodass die SuS im Idealfall selbst auf die Aufgabe bzw. Funktion der nächsten Phase stoßen und diese selbstständig benennen. Im Anschuss an die Sicherung können Reflexion oder Vertiefung folgen.

7. Stichwort: Progression! ,,Die Progression war nicht steil genug“ bedeutet (frei übersetzt) so viel wie ,,Der Lernzuwachs der SuS war nicht groß genug.“ Eine angemessene Progression zu finden, ist besonders am Anfang keine leichte Aufgabe, weil einfach auch Erfahrungswerte darüber fehlen, was die SuS (normalerweise, im Durchschnitt) bewältigen können. Neben den teilweise schon in einigen Punkten dieses Artikels dargestellten Anhaltspunkten zur Ansteuerung passender Lernziele auf einem mittleren Anforderungsniveau gilt es vor allem die Anforderungsbereiche deines Faches in Bezug auf die jeweilige Jahrgangsstufe zu beachten. Berücksichtigst du die Anforderungsbereiche angemessen, bist du deinem Ziel, einen erfolgreichen und möglichst stressfreien UB durchzuführen, ein weiteres Stück näher gekommen.

Zu Beratungen: Nimm frühzeitig Beratung eines/einer Fach- oder Ausbildungslehrers*in in Anspruch und zeige dabei Eigeninitiative. Gehe also mit einer Grundlage (einer ausgearbeiteten Idee, einem ersten Entwurf) in das Gespräch. Möchtest du die Ratschläge der Person noch in deinen Besuch mit einbeziehen, beachte auch dafür den zeitlichen Rahmen.

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Innen Anfänger – außen Experte https://digitales-klassenzimmer.org/innen-anfaenger-aussen-experte/ https://digitales-klassenzimmer.org/innen-anfaenger-aussen-experte/#respond Fri, 15 Nov 2019 20:52:16 +0000 http://digitales-klassenzimmer.org/?p=1982 Der widersprüchliche Status des Refis und seine Vorteile

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Ein Beitrag von Stefanie, Lehrerin und Mentorin für die Fächer Spanisch und Geschichte in Berlin

Der widersprüchliche Status des Refis und seine Vorteile

Blutiger Anfänger in der eigenen Wahrnehmung, lernende(r) LehramtsanwärterIN in denen der KollegINNen. Warum in dem scheinbaren Widerspruch viel Potential liegt- ein paar positive Gedanken einer glücklichen Überlebenden des Referendariatsdschungels!

Sorge 1: Ich fühl mich fachlich und didaktisch nicht vorbereitet
Sehr gut! Dann geht es dir wie 99% aller ReferendarInnen und dir ist bewusst, dass du ganz am Anfang stehst. Mit Überheblichkeit davon auszugehen, du hättest ohne jahrelange Praxiserfahrung bereits die gleiche Expertise wie ältere KollegInnen wäre definitiv ein Irrglaube. Jedem Kollegen und jeder Kollegin ist das bewusst, denn sie selbst waren bereits in der Situation und arbeiten seit Jahren mit jungen ReferendarInnen zusammen.

TIPP:
Anstatt die Lehramtsausbildung an den Unis zu verteufeln und in Selbstzweifeln zu verfallen, solltest du dir der Tatsache einfach bewusst sein, dass der Praxisstart viele Unsicherheiten bedeutet und dir deiner Wissenslücken und deines Unterstützungsbedarfes klar werden. Du musst nicht den gesamten Stoff bereits verinnerlicht haben, noch auf jede Frage eine Antwort wissen. Wichtig ist, dir vor Beginn der Unterrichtsreihe die notwendigen Informationen zu beschaffen und dich ausreichend einzulesen. Auch KollegInnen mit jahrelanger Erfahrung haben nicht alles Wissen enzyklopädieartig gespeichert, sie haben den Stoff lediglich bereits mehrfach unterrichtet und ggf. wieder aufgefrischt. Wichtig ist nur, diese Aufgabe ernst zu nehmen und dich fachlich soweit einzulesen, dass du in der Lage bist, das notwendige Wissen kompetent zu vermitteln. Solltest du trotz guter Vorbereitung nicht auf jede Frage eine Antwort wissen, steh dazu und bleib authentisch. Denn auch für SchülerInnen bist du kein Lexikon oder Wörterbuch und der Verweis darauf mit einem Lächeln löst auch so manches Problem.

Sorge 2: Wie sehen mich KollegINNen nach ersten Praxispleiten?
Du hast viel Zeit in die Planung gesteckt und doch geht alles schief: Ein vielversprechender bus stop zur Differenzierung des Lerntempos und plötzlich kommt der Bus für eine Gruppe nicht. Und auch der Rest der Stunde läuft dann ebenfalls alles andere als rund. Das wäre alles nur halb so schlimm, wenn der erfahrene Kollege/die erfahrene Kollegin nicht mit im Klassenraum gesessen hätte und Teil deiner gefühlten Inkompetenz geworden wäre.

TIPP:
Die Situation kennt jede/r AnfängerIn und kann manchmal frustrierend sein, ist aber Teil des Lernprozesses und eine gute Möglichkeit, von den Erfahrungen Anderer zu lernen. Nutze deine Hospistunden und den Unterricht unter Anleitung, um die praktische Durchführung verschiedener Methoden, Ideen und Arbeitsformen zu beobachten und die Schwachstellen deiner Planung zu identifizieren. Welche Schritte wurden ritualisiert und welche Informationen am Anfang sorgten dafür, dass die Planung gelang? Als ReferendarIn bist du in der komfortablen Situation, KollegInnen über ihre Schultern schauen zu können und ganz viel Input und Feedback zu eigenen Stunden zu bekommen. Und auch SchülerInnen wissen meist ganz genau, wo der Knackpunkt lag.

Sorge 3: In der Nachbesprechung hagelt es nur Kritik
Die Einen sind glücklich mit der Wahl ihres Fach(seminar-)leiters, die Anderen eher weniger. Dennoch kennt jeder die Situation, wochenlang die Feinplanung für seine Paradestunde perfektioniert zu haben und am Ende der Nachbesprechung festzustellen, dass jeder Glanz den Selbstzweifeln gewichen ist.

TIPP:
Auch wenn dies für viele Refis die unangenehmste Situation darstellt, ist die Nachbesprechung eine der wertvollsten Stunden der gesamten Ausbildung. Keine Seminarsitzung wird dich persönlich vermutlich so viel weiterbringen, wie diese individuelle Rückmeldung. Oft sind es ganz kleine Planungsschritte, die eine große Auswirkung auf deine Stunde haben und dir vielleicht endlich zeigen, woran es an der einen oder anderen Stelle hakte. Vielleicht hat es dich die fehlende Motivation der SchülerInnen bereits längst vermuten lassen, doch nun weißt du aber endlich, woran es liegt. Diese Hilfe kann Gold wert sein! Nutze daher die Rückmeldung und versuche dich in deiner künftigen Planung darauf zu konzentrieren. Und vor allem beim nächsten Unterrichtsbesuch solltest du hierauf ein Augenmerk legen, da die Entwicklung der/s Refis für FachleiterInnen im Vordergrund steht. Und vergiss einmal die spätere Bewertung- für deine/n FachleiterIn befindest du dich im Lernprozess und sollst dich ruhig ausprobieren und Fehler machen.

Sorge 4: Meine SchülerInnen respektieren mich als Refi nicht
Viele ReferendarInnen haben die Angst, von den SchülerInnen nicht als vollwertige Lehrperson wahrgenommen zu werden. Die ständige Beratungssituation einerseits und die eigene Unsicherheit andererseits lassen ReferendarInnen manchmal an ihrer Akzeptanz zweifeln. Und je nach Standort oder Lerngruppe kann das Austesten der Grenzen dazu noch unterschiedlich stark sein. Viele ReferendarInnen versuchen daher zunächst mit übersteigerter Autorität Störungen vorzubeugen oder treten gar sehr zögerlich und unsicher vor der Lerngruppe auf.

TIPP:
Auch wenn du dich noch im Referendariat befindest, bist du für die Unterrichtsplanung, -ausführung und Benotung voll verantwortlich und besitzt den SchülerInnen gegenüber die gleiche Kompetenz wie erfahrene KollegInnen. Dies solltest du auch ausstrahlen und dich nicht verunsichern lassen. Sei dir dessen bewusst und versuche daher, bestimmt und zugewandt ein Lernklima zu schaffen, welches klare Strukturen vorgibt und gleichzeitig mit Freundlichkeit dafür sorgt, dass du eine positive Lehrer-Schüler-Beziehung aufbauen kannst.
Und vor allem bleib authentisch! Wenn Methoden oder Arbeitsformen nicht funktionieren, thematisiere dies gemeinsam mit deinen SchülerInnen und reflektiert die Stunde. Das Schülerfeedback ist eine wertvolle Hilfe für die eigene Professionalisierung und kann dich auf Stolperstellen hinweisen.

By the way: Sollte der Start mal nicht so gelaufen sein wie gewünscht, spule einen Gang zurück und suche das Gespräch zu deinen SchülerInnen, indem du noch einmal deine Erwartungen kommunizierst und ihre Wünsche und Bedürfnisse erfragst. SchülerInnen schätzen dies erfahrungsgemäß sehr und manchmal bringt dies bereits den Knoten zum Platzen.

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Starterkid: Die ersten Tage https://digitales-klassenzimmer.org/starterkid-die-ersten-tage/ https://digitales-klassenzimmer.org/starterkid-die-ersten-tage/#respond Fri, 15 Nov 2019 20:04:27 +0000 http://digitales-klassenzimmer.org/?p=1971 Ein Survival-Guide für die ersten Tage an der Schule

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Ein Beitrag von Stefanie, Lehrerin und Mentorin für Spanisch und Geschichte in Berlin

In den ersten Tagen gibt es viele Infos, noch mehr Namen und vor allem viele Punkte auf der to-do-Liste. Damit dir nichts Wichtiges durch die Lappen geht, findest du hier einen kleinen Survival-Guide, der dich die erste Woche mit Bravour meistern lässt.

Die Vorstellung
Ob du im Rahmen einer Konferenz vorgestellt oder mit anderen ReferendarInnen durch den/die SchulleiterIn oder MentorInnen begrüßt wirst, ist überall sehr verschieden. In jedem Fall solltest du dich in den ersten Tagen einigen weiteren Personen eigeninitiativ als neue/n Refi vorstellen, wie dem Sekretariat, den FachleiterInnen deiner Fächer und je nach Schulorganisation Mentoren, Jahrgangsteams, SchulpädagogInnen oder ErzieherInnen. Und da der Hausmeister dir als die gute Seele der Schule noch das ein oder andere Mal die vergessenen Stühle oder nicht geschlossenen Fenster nachsehen wird, sind auch hier schon einige freundliche Worte angebracht, wenn du dir deinen Schlüssel abholst. Einige ReferendarInnen erstellen zusätzlich einen charmanten Steckbrief mit Foto, um sich dem Kollegium im Lehrerzimmer vorzustellen.

Kommunikationskanäle erfragen
Erkundige dich zu Beginn, über welche Kommunikationskanäle Informationen verbreitet werden.

E-Mails, Aushänge, Ordner oder ein Mitteilungsbuch müssen je nach Organisationsform täglich geprüft, sowie der Vertretungsplan gecheckt werden. Erfrage dabei auch, wie Vertretungen organisiert werden, wann man zur Vertretung eingesetzt und darüber informiert wird und ob Materialien zur Verfügung gestellt werden. Auch solltest du in Erfahrung bringen, wie man bei einem Krankheitsfall verfahren soll.

Wichtige Papiere und Materialien beschaffen
Neben der Kollegiumsliste, dem Stunden-, Aufsichts-, Raum- und Schuljahresplan gibt es noch viele weitere Schriftstücke, die gerade für dich als Neuling nicht uninteressant sind. Erfrage deshalb, welche Konzepte es neben der Hausordnung noch gibt (z.B: Vertretungskonzept, Hausaufgabenkonzept, Handyordnung, Medienkonzept) und besorge dir diese digital oder in Schriftform. Beschaffe dir die schulinternen Curricula und erfrage, wo du Protokolle und Beschlüsse, z.B. Korrekturvorgaben findest und ob es bestimmte Nutzungsvorschriften für die einzelnen Fachräume gibt. Je nach Unterrichtsfach kannst du auch das Vorhandensein von Schulbüchern und Materialien erfragen.

Informell, but good to know
Natürlich gibt es auch noch eine Reihe von informellen Fragen, die es sich manchmal lohnt, einer dir sympathischen Person in den ersten Tagen zu stellen: Gibt es eine Sitzordnung im Lehrerzimmer? Duzen oder Siezen sich die KollegInnen im Allgemeinen? Gibt es einen Dresscode? Gibt es weitere Besonderheiten, die als ungeschriebene Gesetze an der Schule gelten (z.B. offene Räume, Nutzung des Kühlschrankes, Parken, Rauchen)? Und am Wichtigsten natürlich- Wo bekommt man einen guten Kaffee? (!)

Ankommen und einrichten
Ein eigener Arbeitsplatz, ein eigenes Fach oder auch nur die eigene Tasse für den notwendigen Koffeinkick am Morgen- damit sind die letzten Steps dann getan. Und spätestens mit der Übergabe des Schulschlüssels fühlst du dich dann als offizieller Teil des Teams. Aber Vorsicht- ohne Schlüsselversicherung kann der Verlust ein teurer Spaß werden. Für nur wenige Euro im Monat kannst du gerade als Refi einen günstigen Tarif bekommen, erkundige dich daher frühzeitig.

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Reihenplanung, Teil 4 https://digitales-klassenzimmer.org/reihenplanung-teil-4/ https://digitales-klassenzimmer.org/reihenplanung-teil-4/#respond Sat, 02 Nov 2019 12:14:56 +0000 http://digitales-klassenzimmer.org/?p=1582 Meine Schritte der Reihenplanung am Beispiel von “Nathan der Weise”, Teil 4: Ordnen und Strukturieren.

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Meine Schritte der Reihenplanung am Beispiel von “Nathan der Weise”, Teil 4: Ordnen und Strukturieren.

Gestern war ich in der Edvard Munch-Ausstellung im K20 in Düsseldorf und während ich die Räume durchschritt und die themengeordneten Bilder betrachtete, erschloss sich mir die Parallele zur Reihenplanung. Die einzelnen Räume, in denen die Bilder gruppiert ausgestellt wurden, stehen für die Sequenzen, die zusammen gesehen eine ganze Reihe ergeben (Und die Bilder dann evt. für die Stunden-wobei natürlich mehr Bilder als Stunden ausgestellt wurden). 

Für eine LK- Reihe plane ich ca. 30 Stunden (5 Wochen), im Grundkurs kann die Anzahl der Stunden entsprechend angepasst werden. Dazu habe ich bei “Nathan” die antizipierten Fragen in Gruppen zusammengefügt und eine sinnvolle Reihenfolge der Bearbeitung im Sinne des Erkenntnisprozesses (Progression) festgelegt. Hast du einmal festgelegt, was in welcher Reihenfolge gelernt werden soll, ist der Fokus auf das “wie” umso interessanter. Für mich stehen an dieser Stelle natürlich auch digitale Produkte auf der Agenda. Welche digitalen Produkte habt ihr schon einmal von SuS erstellen lassen?

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Reihenplanung, Teil 3 https://digitales-klassenzimmer.org/reihenplanung-teil-3/ https://digitales-klassenzimmer.org/reihenplanung-teil-3/#respond Sat, 02 Nov 2019 12:12:19 +0000 http://digitales-klassenzimmer.org/?p=1578 Meine Schritte der Reihenplanung am Beispiel von “Nathan der Weise”, Teil 3: Ideen sammeln.

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Meine Schritte der Reihenplanung am Beispiel von “Nathan der Weise”, Teil 3: Ideen sammeln. 

Das Schöne am Ideensammeln ist für mich, dass es ein kreativer Prozess ist, bei dem etwas Neues entsteht. Dabei mache ich die Erfahrung,  dass mir die coolsten Ideen eigentlich nicht unbedingt am Schreibtisch kommen, sondern in ganz anderen Situationen. Ein gewisses Entspannungspotential ist also hilfreich.

Input, damit neue Ideen entstehen können, bekomme ich über Blogs, Bücher, Fachartikel, Zeitung, schaue YouTube, höre Podcasts, trete in Dialog, denke nach etc. 

Doch zurück zu “Nathan”. Ich habe in einem Dokument folgende Notizen angelegt (Sammeln in Kategorien)

  1. Klausurart, Textart der Klausur, Methodische Hinweise
  2. Kompetenzen
  3. Fragen im Zusammenhang mit “Nathan”, die ich für relevant halte und die die SuS haben können 
  4. Textstellen oder Texte, die ich wichtig und hilfreich für das Verständnis finde
  5. Formen des literarischen Lernens, die mir grundsätzlich einfallen – analog und digital (z.B. Standbilder, Bildergeschichten mit Padlet (aus Standbildern), Rollenbiographie, Facebook-Profil, Filme, szenische Darstellung, YouTube Video, Lernblog (Padlet/Wordpress), digitales Portfolio, Computerspiele etc. Es folgt die Auswahl und sinnvolle Verknüpfung.

Dazu mehr im nächsten Post: Ordnen und Strukturieren.

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Reihenplanung, Teil 2 https://digitales-klassenzimmer.org/reihenplanung-teil-2/ https://digitales-klassenzimmer.org/reihenplanung-teil-2/#respond Sat, 02 Nov 2019 12:06:40 +0000 http://digitales-klassenzimmer.org/?p=1573 Meine Schritte der Reihenplanung am Beispiel “Nathan der Weise”, Teil 2: Ziele setzen.

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Meine Schritte der Reihenplanung am Beispiel “Nathan der Weise”, Teil 2: Ziele setzen.

Zur Info und Orientierung: Die Abfolge der Schritte sind an das prozessorientierte Schreibverfahren angelehnt. 

Meine Überlegungen beginnen eigentlich immer mit der Frage, welche Art von Klausur die SuS am Ende der Reihe schreiben müssen. Weil ich das schon zu Beginn de Schuljahres festgelegt habe (bei manchen ist es durch die FaKos eh festgelegt), kann dies im Überblickspadlet (Jahresplanung) für alle SuS hinterlegt werden. 

In den KLPs schaue ich mir dann die Inhaltsfelder und Kompetenzen an, um die es schwerpunktmäßig bei der Reihe gehen könnte  (Ich habe die KLPs und die schulinternen Curricula meiner Fächer in Google Drive gespeichert, sodass ich von überall darauf zugreifen kann). 

 Bei “Nathan” findet sich da natürlich viel im Bereich literarischer Texte, aber auch in den Inhaltsfeldern Medien (Produktion), Kommunikation (Produktion) und Sprache (Produktion). An dieser Stelle hilft mit mein Schritt 1 (vorheriger Post) eine erste Auswahl zu treffen und inspiriert zu werden, da ich die Kompetenzen mit dem Inhalt anreichere (und je häufiger man das macht, umso leichter fällt es).

Wenn euer Ziel ein vollständiger schriftlicher Entwurf ist, dann könntet ihr die Klausurart und die relevanten Kompetenzen (mit Quellenangaben) natürlich auch jetzt schon in einem Dokument festhalten. 

Im nächsten Post geht es dann um Schritt 3: Ideen sammeln. 

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Reihenplanung, Teil 1 https://digitales-klassenzimmer.org/reihenplanung-teil-1/ https://digitales-klassenzimmer.org/reihenplanung-teil-1/#respond Mon, 19 Nov 2018 17:31:49 +0000 https://malina.artstudioworks.net/?p=51 Schritte der Reihenplanung am Beispiel “Nathan der Weise”, Teil 1: Fachwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem (literarischen) Gegenstand.

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Schritte der Reihenplanung am Beispiel “Nathan der Weise”, Teil 1: Fachwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem (literarischen) Gegenstand:

Bevor ich mit der eigentlichen prozessorientierten Reihenplanung beginne, suche ich selbst erstmal einen offenen Zugriff zum Thema. In diesem Fall (Nathan der Weise, Lessing) geht es um einen literarischen Text, also lese ich diesen (zunächst ohne Sekundärliteratur). Ich verfolge verfolge diese Herangehensweise, weil mir so besser deutlich wird, wo Verstehensschwierigkeiten und an welcher Stelle welche Fragen bei SuS im Kopf entstehen können. All diese antizipierten Fragen schreibe ich mir beim Lesen oder während Lesepausen als Randnotiz an den Text oder sammle sie als Notiz. Sammelst du Ideen analog oder digital?

Daran anschließend kläre ich für mich Fragen zum Thema durch eigene Recherche im Netz und das Lesen von Artikeln, bis ich diese für mich beantwortet habe und so das Gefühl entsteht, ich habe das Thema umfassend durchdrungen. 

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